Epoche n n 1700 bis 181 301 wie der Blätter nach Ruysdael, Claude und Poussiu, zum Land- schaftsmaler aus. In Farben arbeitete er indess nur in Guasch. Seine Hauptthätigkeit als Künstler übte er durch die Radirnadel aus. Theils schmücken diese Radirungexi seine verschiedenen Werke, theils gab er sie als besondere Folgen heraus. Da seine Land- schaften, bald in der realistischen Richtung jener Holländer, bald in der idealistischen des Claude und Poussixi gehalten sind, bildet er recht eigentlich den Uebergang zu den Landschaftern der letzten Gattung. Die der ersten Art sind von reinem Naturgefühl und vielem, malerischem Sinn, die der zweiten von einem edlen, oft hochpoetischen Geschmack. Allen ist eine geistreiche und sehr gewandte Führung der Nadel gemein. Nur solche von der zweiten Art, worin menschliche Figuren eine bedeutende Rolle spielen, sind nicht geniessbar. Dieselben huldigen nämlich dem, damals in grosser Leerheit und Einförmigkeit aufgefassten, Schönheitsideal antiker Skulpturen, und sind überdem steif und ohne Verständniss. Unter den Malern der idealistischen Richtung nimmt der 1663 in München geborene, 1748 ebenda als Hofmaler des Kurfürsten gestorbene, Frans Joachim Beich, die erste Stelle ein. Obwohl ein Schüler seines Vaters Wilhelm, bildete er sich doch vorzugs- weise in Italien nach derniVorbilde des Oaspar Poussin aus. Er ist indess keineswegs als ein blosser Nachahmer von jenem anzu- sehen, sondern als ein begabter Künstler, welcher sich auch un- mittelbar an derselben Natur, wie jener, begeisterte. Seine Com- positionen sind edel, und doch reich an Einzelheiten, die Beleuch- tung oft entschieden und dabei gut durchgeführt, die Ausführung Heissig. Wenn endlich manche seiner Bilder an dem allgemeinen Fehler der Zeit, an Schwere und Dunkelheit der Idarbe kranken, so zeichnen sich doch andere selbst durch Wärme und Klarheit des Tons aus. Von dieser letzten Art sind die drei Landschaften, N0. 138, 162 und 171, in der Gallerie zu München, von der ersteren, bei übrigens grossen Verdiensten, zwei Landschaften von ansehnliohem Umfange, in der Gallerie zu Wien. Beich hat auch mit vielem Erfolg eine Reihe von Blättern in dem Geschmack seiner Bilder geätzt. Christoph Ludwig Agricola, geboren zu Regensburg 1667, gestorben ebenda 1719, bildete sich vornehmlich durch Studien nach der Natur auf seinen Reisen in südlichen Ländern, namentlich in Italien, zum Landsehaftsmaler aus. In dem Gefühl für Linienführung und Beleuchtuilg erkennt man indess einen Ein-