deutfche Malerei Jahrhunderts. hervorragenderen Meißer. 1053 Flammenzungen fprechen konnte; und was Cornelius und die Seinen, die freilich eben deshalb nur eine Uebergangsftufe bezeichnen, der deutfchen Kunft an ihrem technifchen Können, ohne welches keine echte Kunft denkbar ift, ge- nommen haben, das haben fie ihr an dichterifchem Schwunge der Phantafie, an Reinheit und Grofsartigkeit des Ausdrucks, an Tiefe der Empfindung und des Gedankens zu erfetzen gefucht. Dafs diefe letzteren Eigenfchaften und die wtechnifchen Qualitätem einander ausfchliefsen, wie die einfeitigen Idealiften der erften Hälfte diefes Jahrhunderts wähnten und wie die einfeitigen Realiflen der Gegenwart meinen, ift nicht zuzugeben. Die Gefchichte der Malerei widerfpricht einer folchen Auffaffung. Freilich aber kann die nothwendige Vereinigung einer fich eng an die Natur anfchliefsenden gefunden und gediegenen Technik mit hoher geiftiger Künfllerkraft nicht von aufsen kommen, am wenigften durch die Nachahmung unferer gefchickten Nachbarn; fie mufs aus dem innerPten Kern des deutfchen Volkswefens heraus neu entftehen; und ob man dann der grofsen deutfchen Kunfl der Zukunft den vielerfehnten, durchgeiftigten vRealis- musr oder einen Fleifch und Blut gewordenen nldealismusx beimeffen wird, kann uns gleichgültig fein. Gelehrtenftuben- und Künftlerwerkflatts-Schlagworte, welche fietem Wechfel unterworfen find, thun es nicht.