986 Siebentes Buch. Dritter Abfchnitt. Vater jung nach Paris kam, 1767 als Schlachtenmaler in die dortige Akademie aufgenommen wurde, nach langen Reifen aber in London feinen Wohnfitz auf- fchlug, wo er Theaterdecorationsmaler wurde und 18131) ftarb. Wie Cafanova und Taunay, malte er alle erdenklichen Vorgänge im Freien. Ein landfchaft- licher Grundzug beherrfcht jedoch die meiften feiner übrigens recht kalt und hart gemalten Bilder, wie man fle in manchen englifchen Sammlungen, z. B. in Greenwich, in Windfor und beim Duke of Weftminfier, in befonders guter Auswahl im Stockholmer Mufeum, aber auch in einigen kleineren franzöflfchen Sammlungen und in Deutfchland z. B. in der Schleifsheimer Galerie, in Wien in der Akademiefammlung kennen lernt. Beliebter als feine Bilder find feine Radirungen Diefen Meiftern fchliefst flch auch der franzöfifche Landfchafter und Vieh- maler des 18. Jahrhunderts an, welcher {ich offenbar Berchem (oben S. 646) zum Vorbilde nahm, aber weit härter, kälter und trockener blieb, als diefer: 7mm Lauzlr de Marne, geb. zu Brüffel 17 54 3), nicht 1744, wie überall an- gegeben wird, agree der Parifer Akademie 1785, gePtorben zu Batignolles bei Paris 1829. Uebrigens malte de Marne nicht nur Viehfiücke, fondern auch Marktfcenen, Dorfbilder u. f. w. Im Louvre fleht man drei Bilder feiner Hand in der Ermitage zu St. Petersburg ihrer fünf, andere in den Mufeen zu Bordeaux, Montpellier, Lyon und Hävre. Am geiftreichften tritt auch er uns als Radirer entgegen 4) (F ig. 664). "lggflfbfxffl Der eigentliche franzöfifche Thier- und Stillebenmaler im Grofsen während des I8. Jahrhunderts War Yean-Baptße Oudry. Diefer war am I7. März Qudry- 1686 zu Paris geboren und wurde Schüler Nic. Largillieres (oben S. 374), der ihn, als er die Vortrefflichkeit des Beiwerks der Bilder feines Schülers bemerkte, ganz aufs Stilleben und Thierßück hinwies; 1719 wurde er in die Akademie aufgenommen; feit 1734 War er Director der Gobelins-Manufactur zu Beauvais, wo er am 3. April I 7 55 ftarb. Er malte lebende und todte, wilde und zahme Thiere, Stilleben jeder Art; grofs, breit und flott, wie Desportes (oben S. 376), fein Vorgänger, der ihn offenbar beeinfiufst hatte, aber auch leicht und decorativ in der Anordnung, etwas dünn in der Malweife, elegant-kühl in der Färbung. Mit Meiftern wie Snyders, Fyt, Weenix, darf man ihn nicht vergleichen; dazu fehlen ihm die Kraft und Wärme; aber für feine Zeit leiftete er, was geleiftet werden konnte. Was an Werken Oudry's in einzelnen kleineren Sammlungen, wie in denjenigen zu Touloufe, Dijon, Nantes und Caen zerflzreut ifi, kommt gar nicht in Betracht gegen den Reichthum an Bildern feiner Hand, der ilCh zwifchen vier Sammlungen vertheilt: im Louvre zu Paris, einschliefslich der Salle Lacaze, fleht man I0, im Mufeum zu Compiegne ebenfalls I0, im Mufeum zu Stockholm 8, im Mufeum zu Schwerin aber 43 Bilder feiner Hand, -26o. Louis II: p' 239" war Jean I) Archives de Part frangais I, p. 391. Nach anderen 1812. 2) Proyver de Boudimur, Le peintre-graveur frangais continue a. a. O. II, p. 2 44 Blatt. 3) Seine Taufurkunde bei A. 7a! a. a. O. p. 838. Sein voller Name war Je Marnette de Mame. 4) Katalog feiner Radirungen von Guicharzlol bei Clz. Blanc in der Histoire de Marne p. 11-12. 39 Blatt. de peintres,