holländifche Die des Malerei Jahrhunderts. Leidener Die Schule. 777 er feine erlte Lehrzeit bei Schilperoort und Ifaack van Swanenburch in Leiden beendet hatte, fetzte er feine Studien bei einem gewiffen Willem Gerritsz zu Hoorn fort. Dann ging er auf Reifen, 1615 war er in Frankreich, 1616 aber väj;'ffer_ kam er zojährig nach Haarlem 1) und wurde hier Schüler Efaias van de Velde's jäääuß (oben S. 621); und diefer wirkte fo mächtig auf ihn ein, dafs er, alle früheren ßefief: Eindrücke vergeffend, fich in den Bildern feiner Frühzeit aufs engfte an ihn i" Haarlem- anfchlofs. Doch kehrte er nun bald nach Leiden zurück, wo er fich fchon näißälgfdfrh 1618 verheiratete und bis 1631, alfo ungefähr fo lange wie Rembrandt, anfaflig blieb. 1631 aber wandte er fich nach dem Haag, wo er feine Eigen- 52233115313;- art erfl zu ihrer Blüthe entwickelte. Im Haager Kunftleben fpielte er eine nßflläagfm bedeutende RQIleY); und im Haag Pcarb er 1656. Die unter Efaias van de Velde's Einflufs flehenden Bilder der Leidener Xälegrääieerls Frühzeit van Goyens Hellen reichbelebte Dorf-, Flufs- oder Winterlandfchaften dar. Die Bäume fpielen als Einzelwefen noch eine gröfsere Rolle auf ihnen Ihr; Vor- und rirrd viel feiner und forgfältiger Aii für All, Blattbüfchel für Blattbüfchel WM" durchgebildet, als auf feinen fpäteren Bildern. Die Localfarben find, wenn fie Ihaiilgfl- auch immer fchon einem bräunlichen Gefammttone untergeordnet erfcheinen, noch frifcher und wahrer; die Pinfelführung, obgleich keineswegs dünn oder fpitz, ift noch nicht fo leicht und breit, wie in der fpäteren Zeit van Goyen's. Seigägzfhen Es haben fich verhältnifsmäfsig wenig Bilder aus diefer Zeit des Meifiers erhalten; in öffentlichen Sammlungen zunächft die beiden kleinen Rundbildchen von 1621 im Berliner Mufeum, welche xSommer und Winterx in der Art i" Berlin- Ef. v. d. Veldds darfiellen; fodann das oft erwähnte charakteriftifche Bild von 162 3 im Braunfchweiger Mufeum, eine Dorfanficht mit durchziehendem Kriegs- iiichßvjäugij- Volk, rothdachig, grünlaubig, kräftig in allen Localfarben, mit nur foviel Anflug von gemeinfamem Tone, wie nothwendig war, um das Ganze einheitlich zufammen- Zufaffen; endlich, als Hauptbild diefer Art, das unferes Wiffens in der Literatur noch nicht erwähnte Bild von 1625 in der Bremer Kunfthalle: ein Kirchdorf in Bremen, unter Bäumen an einem überbrückten Fluffe. Welche Klarheit der Perfpective! Welche Sicherheit der Zeichnung! welche Leuchtkraft der Farben! welche Wärme des Gefammttonsil)! Auch die Landfchaft von 1628 in der Galerie Schönborn zu Wien fteht im Wefentlichen noch auf dem Boden der Kunftägcmlffomy Ef. van de Velde's. Wie er von diefem feinem felten jugendftil nur allmählich Seine Ueber- Zu freierer Behandlung überging, zeigen, noch fuchend und taftend, feine Bilder gangsbllder von 1629: die Dünenlandfchaft im Berliner Mufeum und die kühle Landfchaft iri Berlin, mit dem hohen Weidenbaum neben Bauernhäufern in der Münchener Pinakothek. in München. Als van Goyen 1631 nach Leiden zog, hatte er feinen mittleren Stil, den nersrii der er im Wefentlichen während der dreifsiger Jahre beibehielt, bereits vollfiändig "mäiäfe" durchgebildet. Er hat {ich nun feinem etwa gleichaltrigen Mitfireber Pieter van Goyeß Molyn d. Ä. (vgl. oben S. 623) in Haarlem ziemlich parallel entwickelt, I) Den Nachweis, dafs er in Haarlem, nicht im Haag, und zwar 1616 Efaias van de Ve1de's Schüler war, flehe fchon oben S. 622, Anm. 3. 2) Obreenü Archief III, p. 276; V, p. 27 und 110. 3) Ueber Bilder im Privatbeütze aus dievfer frühen Zeit vgljv. Liitgazu zu Vosmaerlv Auffatz a- a O. S. 15 (Anm. I).