DRITTER ABSCHNITT. Die Miniaturmalerei. iniaturen nennt man die I-Iandfchriftenbilder, Miniator ihren Ur- lllallfreiider heber von der Farbe Minium- (Zinnober), denn es wurden da, wo fchifitek, auch kein reicherer Schmuck der Handfchriften flattfand, wenigfiens die Eintheilungen des Textes und die Initialen in rother Farbe angegeben. jene, die Rubriken (von rubrum, roth, fo genannt) fmd die Vorilufe des Hand- fchriften-Schmuckes 1). Der Brauch, die Handfchriften mit Bildern zu verzieren, geht, wie oben dargethan wurde 2), auf das Alterthum zurück, er wurde in Italien geübt, aber in noch ausgedehnterem Mafse in Byzanz, als eine Sache des Luxus, welche die prachtliebende nnova Roman begünftigte. Schon Conflantin der Grofse hatte hier eine öffentliche Bibliothek begründet, die von feinen Nach- folgern vermehrt, von Kaifer Zeno (1- 491) nach einem Brande wieder herge- Pcellt wurde. Kirchen- und Klofterbibliotheken kamen hinzu. Bücher, die für reiche und vornehme Beiieller angefertigt wurden, erhielten oft eine prächtige Ausftattung durch Färbung des Pergamentes, befonders in Purpur, farbige Schrift, etwa in Roth zur überfichtlichen Eintheilung des Textes oder auch I) Für allgemeine Gefchiehte der Miniaturmalerei: PV Watlenöaclz, Das Schriftwefen im Mittel- alter. 2. AuH. Leipzig 1875. Seroux dlßlgincourt, Histoire de Part par les lnonumens. Atlas und Text Bd. V. der franzößfchen Ausgabe- 72114.: Laöarle, Histoire des arts industriels, Bd. III nebft AÜRS. Waagen in feinen periegetifchen Büchern, befonclers: Kunfiwerke und Künflller in Paris, Berlin X839; Treasures of art in Great Britain, 3 Bände, London 1854, dazu das Supplement: Galleries and cabinets of art in Great Britain, London 1857; die vomehmfien Kunfldenkmäler in Wien, Bd. II, Wien 1867; wir verweilen auf diefe Werke für die Mehrzahl der erwähnten Denkmäler, werden die- felben aber in den einzelnen Fällen nicht mehr citiren. Silzleslre, Paläographie universelle, Paris 1341, 4 Bde. Vlllzstwood, Palaeographia sacra. pictoria, London 1843. ffmry 511111", Inuminated ornaments selected from Manuscripts etc., London 1833. Derfelbe, The art of illuminatixig as prac- tised during llllC mirlnlle ages, 2. ed. London 1870. ffemy Nazi Humphreys, The illumimlted boüks of the middle ages etc , illustrated by 0mm Yanßs, London 1849. The Palaeographical Society, facfrmiles of manuscripts and inscriptions edited by E. A. ßond and E. M Tlzampflm, PaYtS I_VHL London 1873-1878. Für byzantinifclie Handfchriften: Bern. de lliorztfauron, Palaeographia Graeca, Paris 1708. z) Vgl. S. 99.