65 verwandten Völker (Wenn auch sonst noch so vage und den verschiedensten Deutungen unterworfen) für den angeregten Gegenstand die unzweideutigsten und interes- santesten Belege. WVer kennt nicht die berühmte Stifts- hütte Mosis, mit den mit Goldblech beschlagenen einge- rammten Pfosten, den reichen farbenschimmernden Tep- pichwänden und dem vierfachen Dache aus Stoffen, Leder und Thierhäuten? Dieses zeltartige Heiligthum wurde durch Salomo in Stein und Cedernholz auf colossalen Unterbauten auf der Höhe des Berges Moriah nachge- bildet und es wird ausdrücklich davon gerühmt, dass nichts daran unbekleidet geblieben sei. Innerlich waren die heiligen Räume durchaus mit Goldblech beschlagen. Es ist in diesen Berichten die vollständigste Geschichte der Wandbereitung enthalten und es hätte die einfache Hinweisung auf sie hingereicht, wäre es nicht zugleich nothwendigi gewesen, die allgemeine Verbreitung der Gewohnheit, die Mauern zu bekleiden, unter allen Völ- kern der Vorzeit nachzuweisen. Bei so allgemeiner Verbreitung des Täfelns, Beklei- dens und buntfarbigen teppichartigen Aussehmückens der Wände müsste es Wunder nehmen, wenn die Griechen, deren iKunst auf den Traditionen anderer Völkär fufste, nicht auch hierin wenigstens einen grofsen Theil des Herkömmlichen beibehalten hätten, um so mehr, da. letz- teres die Ausbildung derjenigen Künste so sehr begünsti- gen musste, in denen, wie wir wissen, die Griechen das Gröfste erreichten, die Reliefsculptur und die Malerei; und da. wie den Terrassenbau und die davon abhängige Quaderconstruction, der Stolz ihrer pelasgischen Vor- fahren, zu Gunsten der genannten Künste insofern ver- 5