62 sie ihre Glasur erhielten. Sie wurden also erst horizon- tal zusammengelegt, dann ornamentirt und glasirt und zuletzt nach ihrer Ordnung zu Bekleidung der Lehm- ziegelmauern verwendet. Ein Beweis auch hier, dass die Glasur eine allgemeine Decke und von dem Materiale, worauf sie safs, der Idee nach unabhängig war. An eine erst spät römische oder mittelalterliche Benutzung bunter Steine zu gemustertem Mauerwerk ist ein diesen Zeiten der frühesten Kunst noch nicht gedacht worden. Wird das Vorkommen von skulptirten Steintafeln an den unteren Theilen der assyrischen Paläste als ein erster Schritt zur "späteren Steinconstruction zu betrach- ten sein, so zeigt sich, sehr instructiv, das Fortschreiten auf diesem Wege deutlich an den bekannten persischen Monumenten zu. Murgaub und Istakr. Hier sieht man von dem einstigen, zum gröfseren Theil aus Rohziegeln construirten Mauerwerke nur noch die marmornen Eck- Schäfte nebst den Thür- und Fenstergerüsten. Diese sind aus ganzen Stücken, aber so ausgehöhlt, dass der Begriff der Täfelung noch in ihnen deutlich hervortritt. In diese Höhlungen griff das Ziegelmauerwerk ein und schloss sich durch seine vielleicht hölzerne oder Teppich- bekleidung an die Marmorpfosten an. An den ägyptischen Monumenten hat sich die ur- sprüngliche Bedeutung der Wand schon mehr verwischt; das wenn auch uralte, doch jedenfalls auf Trümmern ältererer und mehr naturwüchsiger Culturzustände auf- gebaute hierarchische System iixirte es zur Steinhiero- glyphe. Aber dennoch tritt es auffallend genug in vielen Dingen hervor. Nirgend erscheint die Quadermauer als solche, sondern sie ist, aufsen wie innen, wie mit einem