378 Schulen. oberdeutschen Die denn 1477 erhielt er den Auftrag, die obere Rathsstube zu malen, und endlich finden wir ihn nach 1498 vor, wo er einen St. Christoph am Aeussern des Rathhauses ausführte 1). Man sieht aus diesen Hergängen, dass seine Werl_g_stattwn_ightwsp_ gut eingerichtet war, wie die anderer namhafter Meister dieser Zeit, z. B. Wolgeinuiis in Nürnberg, und dass er auglgwallswärts Verdienst suchte; aber immer scheint er doch ein sehr begehrter, ja der, begehrteste Meister von Frankfurt und einer weiten Umgegend zu sein, und man kann daher vermuthen, dass die besten zu seiner Zeit in Frankfurt entstandenen Malereien von ihm herrühren. Ein in der Kirche zu Niedererlenbach, Frankfurter Ge- biets, erhaltenes, in Tempera ausgeführtes Triptychon mit der Jahres- zahl 1497 ist von geringerer Handg). Viertes Kapitel. Die oberdeutschen Schulen. Nach den niederrheinischen Schulen und der kurzen Abschweifung gegen Süden wollen wir sogleich die anderen betrachten, welche mit ihnen in der vorigen Epoche den übrigen Gegenden Deutschlands vorangegangen waren. Die eine derselben, dieübähykijvcghe, tratjetzt ganz zurück; der einseitige, fastntriibeqnldjigsmus, der ihr Wesen a , war einer Entwickelung in dem realistischen Geiste der jetzigen Zeit nicht günstig und die religiöse und bald auch kriege- rische Bewegung der hussitischen Zweit liess keine Kraft für die Pflege der Kunst übrig. Grössere Werke entstanden Anfangs fast gar nicht und als man gegen Ende des Jahrhunderts wieder Muth dazu gewann, 1) Vgl. über diese urkundlichen Nachrichten Passavant im Kunstbl. 1841, S. 418 mit den Ergänzungen und Berichtigungen bei Gwinner, Kunst und Künstler in Frankfurt am Main. Frankfurt 1862. 2) Es enthält auf der Mitteltafel hIaria mit dem Kinde auf der Mondsichel, auf den Flügeln aber St. Hieronymus und den Erzengel St. Michael, welcher vier Kinder trägt, vielleicht die Seelen der Stifter. Gwinner a. a. O. S. 28. Ein sonst unbekannter Nicolaus Schit nennt sich auf einer von 1500 datirten Verkündigung in der Pfarrkirche zu Gelnhausen. Ruhl, Gebäude d. M. A. in Gelnhausen, Frank- furt 1881. Uebrigens ist in diesen Gegenden keine Spur einer eignen Malerschule. Von der Provinz Starkenherg wird namentlich bemerkt, dass Bildwerke sehr selten und dann (wie z. B. in der Kirche zu Babenhausen) anscheinend fränkischer Schule seien. Archiv für hessische Geschichte, Band IX. Heft 1. 1859.