ä- 262 Niederländer: Schule des Floris, M. de Vos etc, 591 Portraitfiguren vortheilhaft aus. Der Sohn dieses Künstlers, Franz Pourbus der jüngere, war ebenfalls ein vorzüg- licher Portraitmaler; eine beträchtliche Anzahl seiner Werke 9. im Louvre. Der bedeutendste Schüler des Floris war Martin de Vos (1531-1603), der sich nachmals in Vene- dig, nach der Weise des Tintoretto, ausbildete und, in der Richtung der venetianischen Schule, ebenfalls in Etwas von dem hohlen Ideale des Floris abging, indem er sich einer wärmeren, mehr naturgemässen Auffassung zuwandte. Die Akademie zu Antwerpen enthält mehrere Bilder von ihm, 11. a. eine Versuchung des heil. Antonius mit zahlreichemw. zum Theil sehr ergötzlichen Teufeleien in der Art. des Hie- ronymus Bosch. HEin Bild von ihm, im Berliner Museunnll. stellt auf der einen Seite den auferstandenen Heiland dar, der seinen J üngern am See Tiberias erscheint, auf der andern Seite den J onas, der in den Rachen des Wallfisches geworfen wird; ein zwar bedeutend manierirtcs Werk, jedoch bereits voll Leben und Affekt. Ebendaselbst ein zierliches und lebendiges Genrebild, die Züchtigung Amors. Martin de Vos bildete eine grosse Schule und wirkte durch diese in mannig- facher Weise auf die Richtung seiner Zeit ein. Andre Künstler der zweiten Hälfte des XVI. Jahrhun- derts hielten jedoch mehr an der manierirten Nachahmung der römischen Schule fest. Dahin gehören Ba rtholomäus Spranger von Antwerpen"), Peter de Witte (genannt Candido), Carl van Mander, Heinrich Goltzius u. a. 111., deren zahlreiche Werke im Allgemeinen sehr wenig Erfreuliches zeigen. Goltzius ist vornehmlich durch eine bedeutende Anzahl von Kupferstichen bekannt. Van Mander hat sich durch Aufzeichnung biographischer und artistischer Notizen über seine Vorgänger im Bereiche der Kunst ein Verdienst erworben, welches seine eignen Leistungen im Fache der Malerei weit übertrifft. a) Ueber böhmische Miniaturen unter Sprangers (und verwand- tem italisirendem Eitlfluss) vergl. Waagen im D. Kunstbl. 1650, S. 413.