P aolo Veronesds Gastmähler. Schüler. 337 Wasser heraus. Von den Deckenbilticrn der Kirche ist Ahasver, der die Esther krönt, umgeben von Hofieuten und Damen, das Beste. Wie bei allen Deckengemälden Paolds und seiner Schule ist. die seit Coreggio immer allgemeiner gewordene Untensicht beobachtet, wobei freilich grosse breite Schenkel in weiten Gewändern den meisten Raum einneh- men. Andere gute historische Bilder, worin hie und dato. jene mehr novellistische Richtung sehr glücklich hervortritt, finden sich in der Brera zu Mailand (eine Taufe Christi, eine grosse Anbetung der Weisen), in der Dresdner Galerie (die11. Findung Mosis, der Hauptmann von Capernaum, etc.) 12. u. a. a. 0., namentlich in der Galerie von Turin. In manchen Compositionen fehlt freilich das, was 'fast bei allen venetia- nischen Malern ungenügend ist, die strenge Zusammenfassung der Beziehungen auf die Haupthandlung, die strenge Gruppen- bildung; allein dieser Vorzug war damals auch in der römi- schen Schule im Absterben begriffen. Hier müssen wir die wahrhaft zahllosen mythologischen und allegorischen Bilder Wenigstens erwähnen, womit Paolo in seinen letzten Jahren hauptsächlich im Dogenpallast Decken und Wände versah. 13. Wenn man darin, bei vielem Schönen, die höhere Reinheit der Form und Tizians edle Sinnlichkeit vermisst, so vergesse man nicht, dass ein Theil der Schuld die Besteller trifft, welche dem Stande der damaligen Bildung gemäss in Allegorien auf alles Mögliche ganz unersättlich waren, und dadurch den Künstler nöthigten, sich durch naturalistischen Humor u. dgl. frisch zu erhalten. Immerhin ist ausser dem bekannten Raube der Europa im Anticollegio auch die vom Ruhm gekrönte Venezia, an der Decke des Saales del maggior eonsiglio, in einer Art und Weise dargestellt, welche den Beschauer wie eine heroische Musik ergreift. Der grösste Ruhm Paolds beruht allerdings auf seinen meist kolossalen Darstellungen festlicher "Mahlzeiten. Das bekannteste dieser Bilder ist die Hochzeit von Cana, imli, Louvre (früher im Refectorium von S. Giorgio maggiore zu Venedig), 80 Fuss breit und 20 Fuss hoch. Ein glänzender Hof mit majestätischen Säulenhallen umgeben; die "fische Kugler Malerei II. 22