230 Buch III. Italien. XVI. Jahrhundert. Rafael. 183. sogenannte Madonna col divino arnore, im Museum von Neapel Das Christkind auf dem Schoosse der Maria sitzend, segnet den Johannes, wwrährend Elisabeth sein Aerm- chen unterstützt. Die Ausführung wird zwar von Einigen ebenfalls dem Giulio Romano beigemessen, verräth aber mehr als die meisten dieser spätern Werke RafaePs eigene Hand. Auch ist, hier die Madonna della gatta. (mit der Katze) zu erwähnen, die sich im Museum von Neapel befin- det. und nach RafaePs „Perle" von Ginlio Romano ausgeführt wurde. ist eine schöne Sceno liebensivürdigcr Häuslich- keit, trefflichst componirt, nur zeigt sich der Nachfolger und seine Sinnesweise'in der Hervorhebung des Beiwerkes, in der heftigern Geberde des Kindes, in der ungleich geringem Tiefe und Reinheit des Ausdruckes und in den schweren, starken Schatten. Zu den heiligen Familien, in welchen der heil. Joseph 8. die Gruppe füllt, gehören mehrere Bilder des Museums von hladrid, unter denen vorzüglich die Vierge au lezard (Madonna della lucertola, „mit der Eidechse", weil eine solche auf dem Bilde befindlich ist, auch als die "heilige Familie unter der Eiche" bezeichnet), um 1517, rühmlieh ge- nannt wird: Antike Arehitekturtrümmer, auf denen Joseph lehnt das Christkind zu Johannes gewandt, der ihm einen Pergamentstreifen mit den Wvorten „Eeee agnus dei" ent- gegenhält. Die Ausführung ebenfalls dem Giulio zugemessen. (Eine als Copie des Giulio Romano bezeichnete Wieder- holung, hart und kalt gemalt, im Pallaste Pitti zu Florenz.) 9. Eine von RafaePs Schülern öfters wiederholte Composi- tion, WO beide Kinder mit emporgehobenen Händen einen ähnlichen Pergamentstreifen halten; ein Exemplar zu Strat- ton, dem Landsitz des S. Th. Baring in England, ein andres bei dem Kunsthändler Niuvvenhuys zu London, ein drittes in 10. der Sakristei des Escurials, u. s. w. Eine "Ruhe in Aggyp- ten" in der k. k. Galerie zu Wien. Maria hält knieend das w) Nach Passavant- I, wir doch sehr zweifeln. 187 im Jahre schon 1512 gemalt: W013. ll