Heilige Familien der spätem römischen Zeit. 229 ler zu vergleichen. Mehrere Wiederholungen, u. a. im Mu- seuni von Neapel. Durchweg indess geht durch (liese heiligen Familien der späteren Epoche RafaeYs, mag. der Antheil des Meisters an deren Ausführung grösser oder geringer sein, derselbe Zug einer grossartigen idealen Schönheit, den wir bereits an den übrigen Werken dieser Periode kennen gelernt haben. Hier ist es nicht jene zarte Begeisterung, jene sich hingebende In- nigkeit der Jugend, sondern der klare, heitre Genuss des Daseins, durch das Band edelster Sitte gereinigt. Es sind im Allgemeinen nicht verklärte heilige Gestalten, deren Betrach- tung uns zur Verehrung hinreisst, aber es sind die liebens- würdigsten Momente menschlichen Zusammenlebens, die Ver- einigungspunkte in der Familie, wo das Spiel anmuthiger Kinder den zuschauenden Eltern Freude und Glück bereitet. Die Mehrzahl dieser Bilder besteht aus vier Figuren: Maria mit den beiden Kindern, denen sich entweder Elisabeth oder Joseph zugesellt. Zu den Darstellungen der heiligen Familie, in welchen Elisabeth die Freude der Mutter theilt, gehören vornehmlich folgende: Die unter dem Namen der „Perle" bekannte heilige 4. Familie, im Museum zu Madrid, das bedeutendste dieser Bil- der, als Composition betrachtet ohne Zweifel die grossartigste von RafaePs heiligen Familien, entstand zwischen 1516 und 1518. In treiflichster Harmonie ordnen sich hier die Figuren zu einer schönen und würdigen Gruppe. Das Christkind sitzt auf dem Knie der Maria und berührt mit dem einen Fusse die WViege, die vor der Gruppe steht; Johannes trägt: in seinem Fell Früchte herbei. Philipp IV. von Spanien, der das Bild aus der Galerie Karlis I. von England hatte erkau- fen lassen, soll beim Anblick desselben ausgerufen haben: „Dies meine Perle!" Daher der Name des Bildes. An der (nach lioalääzli hochst unerfreulichen) Atusfüliriing hatte angeblich Giu- heili Snäbedeutenden Antheil. Ein kleines Bildchen der der wie 11 amilie, imMuseumvon Paris. Das Christkind, auf 5. ge stehend, liebkost den Johannes. (Die Ausfuhrung wird bald dem Giulio Romano, bald dem Garofalo beigemessen.) Die