132 Buch HI. Italien. XVI. Jahrhundert Leonardo. 164. nardo's Namen berühmten Compositionen der Eitelkeit und Bescheidenheit, des Christus unter den Schriftgelehrten u. a. m. als nicht bloss von Luini gemalt, sondern auch als seine Er- findungen. Seine Hand unterscheidet. sich sonst von der des Meisters kenntlich genug durch die ungleich geringere Schärfe der Durchführung, namentlich der Modellirung, so wie durch eine grüssere Allgemeinheit des Ausdruckes, welcher neben dem Typus des Leonardo bisweilen das Studium rafaelischer Ideale erkennen lässt. Die Farbe ist blühend, selbst in den Fresken, dagegen scheint Luini das Geheimniss harmonischer Composition nicht ergründet zu haben. Mailand ist reich .5. an Werken Luini's; die ambrosianische Bibliothek, die Ga- lerie der Brera, die Privatsammlungen besitzen einen Schatz 6. anmuthvoller Staffeleigemälde. Im Dom von Como beüntlen sich, ausser einem trefflichen Altarblatt, zwei Temperabilder auf Leinwand, eine Anbetung der Hirten und eine Anbetung der Könige mit einzelnen Gestalten von hinrcissender jugend- licher Schönheit; Anderes a. a. O. Am bedeutendsten aber erscheint Luini in seinen Fresken. Frühere Vverke dieser Art enthalten noch häufig etwas jugendlich Schüchterncs und Befangenes; zu diesen gehört der grösste Theil der Fresken, welche aus eingegangenen Kirchen in die Sammlung der 7. Brera gekommen sind: die Darstellungen aus dem Leben der Maria, aus der Kirche della Pace stammend, und die aus dem Kloster della Pelucca. Letztere stellen meist my- thische und ähnliche Gegenstände classischen Inhalts dar, sie sind in einer mehr decorativen, aber eigenthümlichen sinnigen 8. Weise behandelt. Noch vorzüglicher sind die Fresken aus Ovids Metamorphosen, welche jetzt im Hause Silva zu Blai- land aufbewahrt werden. In den späteren Fresken Luinfs entwickelt sich dagegen eine reife und edle lhlännlichkeit. 9. Hieher gehört zunächst. ein höchst treffliches Werk, Maria auf dem Throne, von Heiligen umgeben, vom Jahre 1521, aus der Kirche der Brera ebenfalls in die dortige Galerie icgebracht. Sodann die zahlreichen Arbeiten im Monastero maggiore (S. Maurizio) zu Mailand, Wo vornehmlich die Altar- wand der inneren Kirche (mit Ausnahme des älteren Altar-