Giovanni und Gentile Bellini. 67 bar hervorgetreten. Ein ähnliches Gemälde von geringerm13- Werthe befand sich in der Galerie Manfrini. Vielleicht 14. das späteste Bild Giovannfs ist ein Altarblatt in S. Giovanni Crisostomd, vom Jahre 1513. Hinten auf einem Fels in steiler Landschaft sitzt lesend der heil. Hieronymus; vorn, durch eine Marmorbrustwehr von der Landschaft getrennt, steht rechts S. Augustin, ruhig vorwärts gewandt, links S. Christoph, treuherzig aufwärts schauend nach dem lieblichen Christuskinde, welches sich an seinem kurzen krausen Haare festhält. Es sind die feinsten geistigen Gegensätze, welche zu mannigfacher Deutung anregen. Andere Werke iindetlö. man in der Sakristei der Kirche del Redentore (in der ehe- maligen Galerie Manfrini u. a. ein gemüthliches Bild des h. Hieronymus in seinem Studierzimmer), und in der Akademie. Hier werden u. a. fünf kleine, höchst sauber ausgeführte alle- 16. gorische Bilder aufbewahrt, deren Sinn, wahrscheinlich nach Absicht des Bestellers, nicht leicht zu deuten ist. Man sieht z. B. Fortuna, als schönes blondes Weib, in weissem halb- offenen Gewande, von kleinen nackten Genien umgeben, in einem Kahne sitzend; mit der Rechten hält sie einen auf ihr Knie gelehnten Globus, gegen welchen sich ein' Genius an- stützt; vorn im Nachen bläst ein anderer die Doppelfiöte; zwei ziehen wohlgemuth plätschernd den Kahn durch die stille F luth; hinten Felsufer. Hier und in den übrigen Bild- chen ist die heitere Naivetät, deren es zu solchen mythischen Gegenständen bedarf, mit einer meisterhaften, wenn auch noch etwas scharfen Ausführung gepaart, welche vielleicht" auf die frühere Zeit Giovanniis hindeutet. In ähnlichem Styl17. mag eines der spätesten Werke des Meisters, das berühmte Bacchanal (mit der von Tizian gemalten Landschaft) behan- delt sein, welches sich zuletzt im Besitz des verstorbenen Cav. Camuccini in Rom befand, wovon wir jedoch den jetzi- gen Besitzer nicht anzugeben wissen. Auch ausserhalb Venedig's sind die Bilder dieses Mei- sters nicht selten. Eins der grössten und bedeutendsten ist18. eine Krönung Maria, welche sich noch 1835 in der Kirche S. F rancesco zu Pesaro befand. Die Pilaster-Architektur des