des Während J ahrh. 389 Wunden und mit Krankheiten aller Art geplagt zu sein, immer zu seufzen und zu stöhnen, das Gesicht mit Thranen überströmt und die Brust von Seufzern gehoben, mit einem Wort, ununterbrochene Trübsal zu leiden und auf alle Weise gequält zu sein; sich Alle diesem zu unterziehen, galt für einen Beweis der Frömmigkeit, gerade wie das Gegentheil für einen Beweis der Sündhaftigkeit galt. Es kam nicht darauf an was Einem gefiel, die blose That- sache, dass es Einem gefiel, machte die Sache sündhaft. Alles was natürlich war war Unrecht. Die Geistlichen raubten dem Volk seine Festtage, seine Vergnügungen, seine Schaustellungen, seine Spiele, seinen Zeitvertreib; sie unterdrückten jeden Ausbruch der Freude, sie verboten alle Lustbarkeit, sie machten allen Festlich- keiten ein Ende, sie verstopften dem Vergnügen jeden Zugang "und verbreiteten einen allgemeinen Trübsinn über das.ganze Land. 196) Damals lagerte wirklich Finsternissüber dem Lande, die Menschen wurden bei ihren täglichen Handlungen, ja selbst in ihren Blicken beunruhigt, trübe und aseetisch. Ihre Mienen wurden sauer und niedergeschlagen; nicht nur ihre Ansichten, auch ihr Gang, ihre Haltung, ihre Stimme, ihr ganzes Aussehen standen unter dem Einiiuss dieses tödtlichen Giftes, welches alle geistige Regung und alle geistige Wärme im Keime vernichtete. Die Sitten des Lebens iielen ins dürre und gelbe Laub, seine Farben verdüsterten sich allmählig, seine Blüthe verwelkte und verging, sein Frühling, seine Frische und seine Schönheit waren dahin, Freude und Liebe ver- schwanden oder mussten sich im düstern Winkel verbergen, bis endlich die schönsten und werthvollsten Zweige der menschlichen Natur bei fortdauernder Unterdrückung aufhörten Früchte zu tragen und zu ewiger Unfruchtbarkeit Verdorrt zu sein schienen. S0 wurde der Schottische Nationaleharakter im 17. Jahrhundert verkümmert und verstümmelt. Völker wie Einzelne können die harmonische und freie Entwickelung des Lebens nur erreichen 196) „The ubsence of external appearances of joy in Scotland, in contrast with the frequent holidayings and merry-makings of the continent, has been much remarkerl upon. We find in the records of ecclesiastical disqipline clear traces of the process by which this disgpction was brought about. T0 the puritan kirk of the sixteenth ünd seventeenth cenmries, every outward demonstration of natural good spirits was a sort of sin, to be as far as possible repressed." „The whole sunshine of life Was, as_ it were, squeezed. out of the community." Olzambewukf Amml; of Scotland, I, 336, II, 156.