Ihre Verbreitung. 467 ausgezeichneter Maler und Goldschmidt gewesen war Er- innern wir uns dann daran, dass auch die Malereien Kölnischen Styles in dem oben erwähnten Gebetbuche der Herzogin von Geldern von einem jener regulirten Chorherren herstammen, die mit den Gottesfreunden eng zusammenhingeil, so haben wir we- nigstens Anzeigen dafür, dass die Kölnischen Künstler von den religiösen Bewegungen der Zeit lief ergriffen waren, und dass der innig fromme und weiche Ausdruck ihrer Bilder in einem Zusammenhange mit. den Gesinnungen steht , welche Eckart, 'l'auler und andere Gleichgesinnte in Köln erweckt hatten. An die Kölner Schule müssen wir sofort die westphäli- sche anreiheil, weil sie mit ihr im engsten Zusammenhange so- wohl der Gefühlsweise wie der Technik steht. Die Gesichts- züge, das zarte Oval, der kleine Mund, die Stellung der Augen, die weiche Gewandbehandlung mit sparsamen Falten, die flüs- sige 'l'empera auf Goldgruud, und selbst die charakteristische Art, die Lichter weiss aufzusetzen, Alles findet sich hier sehr ähnlich, wie bei den Schülern Meister Wilhelnfs. Freilich aber doch wieder mit gewissen Abweichungen, welche eine Unter- scheidung möglich machen; die Farbe ist trockener, weniger leuchtend und durchscheinend, die Linie minder schönen Schwun- ges, überhaupt das Gefühl ruhiger, durch einen gewissen Rea- lismus, mehr des Gedankens als der Form, beschränkt. Ueber die Entstehung dieser bedingten Abhängigkeit haben wir keine ausdrückliche Nachricht, indessen ist es bei der geographischen Nähe Westphalens und der politischen und kirchlichen Verbin- dung gewisser westphälischer Gegenden mit Köln sehr natürlich, dass die fähigen jungen Leute der stilleren Provinz sich gern nach der glänzenden Rheinstadt wendeten. Zwar hatman in den Kölner Schrcinsbüchern keinen einzigen Maler mit westphäli- schem Geburtsorte gefunden das), allein dies zeigt nur, dass die a) Archiv voor kerkeliike geschiedenis van Niederland, Leiden 1835, II., pag. 296, citirt von Passavant im K. B1. 1841, S. 413. "Ü Bei Merlo im Nachtrage S. 8 ist zwar ein Johannes de Monasterio V. J. 1318 aufgeführt, aber Tebenso wird ein späterer Maler (1416-1460) gä- 30 m