'l'afelmalerei. 391 Oder, das im Anfange des vierzehnten Jahrhunderts gearbeitet sein mag, ist nach englischer XVeise die Gestalt nebst den Wappenstiicken in Messing geschnitten und in den Stein gelegt, mehrere Male aber sind jene vollständigen Platten aus einzelnen Stücken zusammengesetzt, wie zur Erleichterung eines Trans- portestk). Im südlichen Deutschland scheinen Grabplatten dieser Art ganz unbekannt, dagegen sind in Dänemark und Schweden an verschiedenen Orten etwa zehn gefunden, welche den Cultur- und Handelsverhäiltnissexl zufolge so wie dem Style nach ver- muthlich aus Deutschland dahin gesendet oder von deutschen Arbeitern dort ausgeführt sein werden M1). Die Wahrscheinlich- keit spricht daher bis jetzt dafür, dass diese Technik ihren Sitz an der deutschen Ostseeküste gehabt habe, jedenfalls aber ist die Schönheit dieser Platten ein Beweis des Geschmacks und der technischen Geschicklichkeit, und die Verbreitung derselben ein Zeichen des regen künstlerischen Verkehrs dieser Epoche. Auf dem Gebiete der Malerei ist das Wichtigste Ereiguiss, (lass die 'l'afelmalerei, die bisher Fast nur zu YVappen und Hausschildern verwendet wurde, sich mehr und mehr ausbildete und bald nach der Mitte der Epoche schon eine hohe künstleri- sche Bedeutung erlangte. Die Ursachen dieser Erscheinung sind mannigfaltig und mehr oder weniger schon angedeutet; Bedürf- niss und Technik kamen sich auch hier entgegen. Den grossen kirchlichen VVandmalereien hatte der gothische Styl die Flächen, der Verfall der grossen geistlichen Institute die immer bereiten, in gleichem Geiste fortarbeitenden Hände entzogen. Auch waren Ü So nach Lisch a. a. O. zwei Gräber im Breslauer Dome und nach Kugler kl. Schr. I], 327, das eine in Altehberg, beide Male mit 12 Theilen. Der Grabstein aus Leubus ist bei Dorst, Grabdenkmäler, Görlitz 1846, abgebildet. M) Die Grabtafel König Erich's und seiner Gemalin Ingeborg, beide 1319 gestorben, in Ringstedt ist nach der von Worsae (Kongegravene iRingste-dt Kirke, Kiob. 1858) gegebenen Abbildung wieder vollkommen übereinstimmend mit den Bischofsgräbern in Lübeck, Schwerin und mit dem Abtsgrabe in St. Albans in England. Ausserdem sind solche Platten in Dänemark von 1360 und von 1363 im Dome zu Ribe und von 1395 in dem in Roeskilde, in Schwe- den nach den Mittheilungen des schwedischen Malers Mandelgreen in Kugler's kl. Sehr. II, 633, in Nausis bei Abo und in Aker bei Upland. Drei andere in Schweden befindlich gewesene sind zerstört.