606 Gothischer Styl in Deutschland. Theile der Kirche, bemerkenswerth. Vvfährend nämlich die der westlichen Hälfte sämmtlich sehr einfach, quadratisch mit Einkerbungen der Ecken gebildet sind, Wechseln dort solche einfachen Pfeiler mit reichgegliederteu, deren Peri- pherie aus grösseren Kreistheilen und Rundstäben oder Ecken mannigfach zusammengesetzt ist, so jedoch, dass die Frontseite nach dem Mittelschiffe zu, den viereckigen Pfeilern entsprechend, stets eine eckige Vorlage hat. Es ist offenbar ein Versuch, ohne grossen Aufwand die Wir- kung des gegliederten Bündelpfeilers durch Formsteine zu erreichen. Die Basis hat noch fast die Gestalt der atti- sehen, und folgt mit ihrem senkrechten Untersatze dem Profile des Pfeilers; die Kapitale, fast wie ein dorischer Echinus ausladend, sind mit flach anliegenden, auf jedem der grossgebildcten Formsteine sich wiederholenden, ziem- lich stumpf stylisirten, aber doch zum Theil an einheimi- sche Pflanzen erinnernden Blättern verziert. Diese Kapitäle haben aber rings umher gleiche Höhe und tragen nur in den Seitenschiffen die Gewölbrippen, während für die obe- ren Gewölbe breite und kräftig gegliederte Dienste von Consolen aufsteigen, Welche über den Pfeilern angebracht, alle verschiedener Gestalt und ähnlich Wie die Kapitale mit Blattwerk verziert sind. Die Scheidbögen sind einfach und derb, die Gewölbrippen feiner und birnförmig profilirt, aber beide stehen auch in den Seitenschiffeil, wo sie unmittelbar von den Kapitälen aufsteigen, in keiner organischen Ver- bindung mit der Gliederung der Pfeiler. An einem Portale im Inneren der Klostergebäude sind Gewände und Archi- volten mit fünf Ordnungen, also ziemlich reich, mit wech- selnden, theils runden theils birnfijrmigen prolilirlen Stäben und dazwischen gelegenen Höhlungen gegliedert, die aber nur aus zwei Formen hervorgegangen sind und mithin sich wiederholen. Die Balustrarlen einiger Giebelwände des