Die alte Pfarre Zll Regensburg. 583 vorkommen. An den Gewölben hat man überdies den Vermerk einer Erneuerung vom Jahre 1340 entdeckt de). Vermuthlich war derselben ein Brand oder der Einsturz der älteren Gewölbe vorhergegangen, Welcher vielleicht eine früher bestandene Chornische zerstörte und eine Herstellung veranlasste, bei welcher man aus Geldmangel diesen, sonst für unentbehrlich gehaltenen Theil fortliess und, um Raum zu gewimien, die im Westen und vielleicht auch über den Seitenschilfeil schon bestehende Empore auch auf der Ost- seite herumführte. Für einen solchen Hergang spricht auch der Umstand, dass, während die Emporen Kreuzgewölbe haben, der mittlere Raum nur mit einer Balkendecke statt der ohne Zweifel auch hier beabsichtigten Gewölbe ver- sehen ist. Nur in dem westlichen Theile der Kirche haben wir daher den ursprünglichen, frühgothischen, aber noch mit romanischen Reminiscenzen gemischten Bau aus dem zweiten Viertel des dreizehnten Jahrhunderts unentstellt, während in den übrigen Theilen das Alte durch Ueberar- beitung im vierzehnten Jahrhundert unkenntlich geworden ist im). Indessen auch so ist das Gebäude kunsthistorisch wichtig, weil es einen der ersten Fälle der Anwendung des gothischen Styles in dieser östlichen Gegend und an einer Pfarrkirche giebt, da er sonst fast nur an Kathedralen und Klosterkirchen vorkommt. i) Nach dem Zeugnisse von Bernh. Grueber a. a. O. S. 14, II, S. 22 Popp und Bülau sprechen sich in dem überaus dürftigen Texte ihres Werkes mit keiner Sylbe über die Frage aus. w") F. v. Quast a. a. O. scheint das ganze Gebäude für ursprüng- lich zu halten. Auch er glaubt indessen, dass der mittlere Raum zur höheren Hinaufführung bestimmt gewesen, und erkennt somit an, dass das Ganze nicht vollendet sei. Nach den Zeichnungen in den beiden genannten Werken (denn meine Erinnerung des vor Jahren gesehenen Bauwerkes reicht nicht aus) scheint auch die Pfeiierbildung der öst- lichen Theile auf eine spätere Zeit zu deuten.