Schwaben. Bayern. 581 am Neckar. Nur die neugestifteten Klöster der Bettelorden errichteten ihre Kirchen in dem nach ihrer Weise verein- fachten gothischen Style. Die Kirche der Dominicaner zu Esslingen, St. Paul, welche nach der Gründung des Klosters im Jahre 1233 begonnen und 1268 geweiht wurde, ist durchweg gewölbt, mit weitgespannten Scheidbögen auf derben Rundsäulen und zweitheiligen Fenstern, die an Stelle des Maasswerkes nur eine kreisförmige Oeffnung im Bo- genfelde haben. Edlere Formen hatte, nach dem allein noch stehengebliebenen Chore zu urtheilen, die Franzis- canerkirche derselben Stadt, die wahrscheinlich mehrere Decennien nach der im Jahre 1237 erfolgten Stiftung des Klosters erbaut wurde. Hier zuerst finden Wir Wirkliche Maasswerkfenster und das scharfe, elastische gothische Profi], Das LanghallS War übrigens auch hier, den erhal- tenen Nachrichten zufolge, durch Rundsäulen gestützt. Dieser Vorgänge ungeachtet behielt man aber in der Non- nenkirche zu Schwäbisch-Hall (um 1245) und in der Marienkirche zu Reutlingen (seit 1247] neben gothischen Einzelheiten und Prolilen auch jetzt noch die gerade Decke, den achteckigen Pfeiler, den Bogenfries und ande1'e roma- nische Details bei. Man kann diese auffallende Erschei- nung nur dadurch erklären, dass der Volkssinn mit einer fast eigensinuigen Anhänglichkeit an jenen hergebrachten, schlichten Formen haftete und die consequente und solide Arbeit der Got-hik als eiteln Prunk betrachtete. In Bayern war Regensburg der Schauplatz eifriger Bauthätigkeit. Das älteste Werk gothisehen Styles, die um 1'250 begonnene sogenannte alte Pfarrkirche "Ü Abbildungen bei Popp und Bülau Heft 4, und bei Grueber, vergleichende Sammlungen II, Taf. 16 und 18. Vergl. übrigens in Betreff aller hier erwähnten Regensburger Kirchen die scharfsinnigen