570 Gothischer Styl in Deutschland. Bau nach Witigois Tode 1293 unterbrochen wurde, der Chor und das Kreuzschiff im Wesentlichen vollendet, das Langhaus angelegt. Bald darauf erlitt aber die Kirche in der Fehde zwischen Friedrich mit der gebissenen Wange und Adolph von Nassau im Jahre 1295 eine in diesen Zeiten ungewöhnliche Verwüstung, und dies mag erklären, dass nicht nur das ganze Langhaus, sondern auch manche Details des Chores und Kreuzsehilfes, z. B. das Fenster- maasswerk, den Charakter des vierzehnten Jahrhunderts tragen. Nach dieser Zerstörung wurde erst unter Witigo II. (1312 1342] der Bau wieder aufgenommen und das Langhaus ausgeführt; erst am Ende des vierzehnten und am Anfange des fünfzehnten kam man zur Errichtung des westlichen Thurmbaues. Auch die Zierde des Domes, der schlanke durchbrochene Helm eines der beiden schon von Witigo I. in den Ecken zwischen Chor und Kreuz ange- legten 'l'hürme, ist erst gegen das Ende des vierzehnten Jahrhunderts entstanden. Der Grundplan, der wie gesagt wahrscheinlich schon der ersten Bauperiode angehört b), gleicht einigermaassen dem des Halberstädter Domes; ein dreischifliges, hier nur um eine Abtheilung kürzeres Lang- haus, wenig ausladende einschiH-ige Kreuzarme, ein sehr langer, dreiseitig aus dem Achteck geschlossener Chor, dem indessen hier die Seitenschiffe und der Umgang fehlen. Ein wichtigerer Unterschied ist, dass das Langhaus hier nicht, wie in Halberstadt, niedrige, sondern dem Mittel- schiffe an Höhe gleiche Seitenschiffe hat; allein offenbar War dies bei der ersten Anlage nicht beabsichtigt, sondern erst im vierzehnten Jahrhundert bei der Ausführung dieses Die bedeutende Stärke der Mauern im ganzen Gebäude mit Ausnahme von vier Abtheilungen der nördlichen Wand, welche leichter gehalten sind, lässt darauf schliessen, dass jene bis auf diesen kleinen Theil schon unter Witigo I. über die Fundamente hinausgeführt waren-