544 Gothischer Styl in Deutschland. ein höchst einsichtiger und zugleich grosser Meister konnte ein so feines Stylgefühl in seinen Schülern erwecken rmd zum bleibenden Erbtheil der nachfolgenden Generationen machen, und Meister Gerhard verdient daher, obgleich erst Meister Johannes die Ausführung leitete, einen Theil des Lobes, das diesen oberen Arbeiten gebührt. Die Anlage des Langhauses und den Entwurf der Fa- gade und Thürme Werde ich als Werke der folgenden Epoche erst künftig näher besprechen, und gehe sofort zu einigen anderen Gebäuden über, Welche während des lang- samen Aufsteigens des Domchores als Nebenarbeiten der Kölner Hütte oder unter ihrem Einflüsse entstanden. Das erste derselben ist die Kirche der Cistercienserabtei zu A11 tenberg. Der Stifter und der erste Abt des Klosters (1133) waren aus dem mächtigen Geschlechte der Grafen von Berg, Welches hier seine Grabstätte wählte und die Stiftung fortwährend begünstigte. Auch Erzbischof 'J.'heo- dorich von Köln 1214] liess sich hier begraben, und überhaupt erscheinen die Erzbischöfe, meistens Verwandte oder doch Verbündete des benachbarten Dynastenhauses, als Gönner der Stiftung. Dies Alles macht es denn sehr erklärlich, dass bei dem im Jahre 1255 mit Unterstützung der Grafen begonnenen Neubau der Kirche die Meister der Kölner Domfabrik zu Rathe gezogen wurden. In der That finden wir in der Anlage und in den Details die grösste Uebereinstimmung, so weit sie zwischen der kolossalen Metropolitane und der einsamen, im entlegenen Thale er- richteten Klosterkirche stattflnden konnte. Der Grundplan, die schlanken, aufstrebenden Verhältnisse, namentlich die bedeutende Höhe, mit der das MittelschiH über die sehr niedrig gehaltenen SeitenschiHe emporragt, sind im kleineren Maassstabe dieselben. Wie dort ist auch hier der Quer- arm dreisehiffig und der Chor mit fünf Schiffen ansetzend