Geschichte des Kölner Domes. 523 Stadt Köln, zu verkündigen. Er führte dies, wie sein. noch vorhandener Bericht ergiebt, im Dome und zwar in Gegenwart einer grossen zusammengerufenen Volksmenge aus obgleich der Procurator der Stadt Köln und ihrer Corporationen seinen Protest und die Appellation an den. päpstlichen Stuhl verlas. Der alte Dom musste daher noch in seiner vollen Würde bestehen, da sonst die Geistlichkeit eine andere Kirche für diese feierliche Handlung gewählt. haben würde Er bestand auch noch bei der Einwei- hung des Chores im Jahre 1322, da erst bei dieser Ge- legenheit der Schrein der heiligen drei Könige, wie eine- zwar nicht urkundlich beglaubigte, aber alte und durchaus glaubhafte Beschreibung der dabei beobachteten Pr0ces-- sionsordnung ergiebt, aus der alten Kirche in den neuer- bauten Chor feierlich versetzt wurde Erst nach der Einweihung des neuen Chores, aber auch wohl bald nach derselben, begann der Abbruch des alten Langhauses. Aus einem zwischen dem Thesaurar des Domes und den Verwaltern der Baukasse über ihre Ansprüche auf gewisse Einkünfte geschlossenen und vom Erzbisehofe bestätigten Vergleiche vom 19. Juli 1325 er- sehen wir zunächst, dass der Bau als ununterbrochen fort- gesetzt betrachtet wurde (fabrica Coloniensis, circa quam i) Convocato clero et populo qui haberi poterant, in majori ecclesia Coloniensi in presentia copiose multitudinis tam cleri- corum quam populi solempniter publicavi. M] Die Verlesung des Bannsprxrches und der Protestation war schon ein Mal vor einer Versammlung der Domgeistlichkeit im Kapitel- hause geschehen (Urkundenbuch Nro. 603) und wurde demnächst in der Domkirche wiederholt (Archiv a. a. O. S. 127). Hierdurch erle- digen sich die von Boisseräe in den Jahrbüchern a. a. O. gegen die frühere Ausführung von Lacnmblet erhobenen Einwendungen. m") Bei Crombach a. a. O. S. 816. Completo choro novo fa- bricae maj. eccl. Col. deportabantur corpora SS. trium Regum de an- tiqua ecclesia S. Petri etc.