Die Münster VOIl Strasburg und Frelburg. 507 sind die des südlichen Seitenschiffes viertheilig und mit gleichem Maasswerk gefüllt, wie in Strasburg, während die übrigen, wahrscheinlich erst später ausgeführten mei- stens dreitheilig und etwas kleiner gehalten sind. Das Triforium ist zwar fortgeblieben und die Wand zwischen den Scheidbögen und Oberlichtern ist daher, wie es aller- dings in Deutschland herkömmlich war, unbelebt und leer; dagegen ist die Balustrade, welche sich in Strasburg am Fusse des 'l'rif0riums befindet, hier am Fusse der Ober- lichter angebracht und giebt denselben einen anmuthigen Schmuck. In der Ausstattung derVWände der Seitenschitfe übertrifft der Freiburger Meister selbst sein überrheinisches Vorbild. Er hat nämlich die Arcatilr am Fusse der Wände nicht bloss beibehalten, sondern dieselbe auch noch mit einer hohen Balustrade von wechselndem und anmuthigem lllaasswerk bekrönt, welche unter den Fenstern einen Gang bildet und mit denselben die Wand vollständig und unge- wöhnlich reich belebt. Unmöglich kann die Uebereinstimmung beider benach- barten Münster auf einem Zufalle beruhen, und gewiss war der Strasburger Bau, da er den frischen und unmit- telbaren Eindruck französischer Bauten zeigt, der dort durch eine stärkere Anhänglichkeit an deutsche Gewohnheiten modilicüt und geschwächt ist, der erstbegonnene. Wie es scheint entschloss man sich in Freiburg erst während des Baues mehr und mehr zur Annahme der von Strasburg her bekannt gewordenen golhischen Formen. Die beiden östlichsten Abtheilungen des Freiburger Langhauses ent- halten zwar schon die Erweiterung der Seitenschiffe und die Erhöhung des Mittelschilfes, aber in den Details viel stärkere romanische Reminiscenzen, als die weiter nach Westen gelegenen Theile, und in den Fenstern zwar Maasswerk, aber von sehr roher Ausführung. Wahr-