Chorschluss mit einer Kapellenreihe. 427 lichen Frankreich hat Vaux-de-Sernay in der Diöcese von Paris gerade den Chorraum viereckig, die Kapellen aber halbkreisförmig geschlossen; Fontenay bei Mont- bord (Dep. cöte d'or] dagegen durchweg rechtwinkelige Schlusswände Dies ist auch die vorherrschende Form in Italien, wo sie sich, und zwar häufig mit grösserer Ausladung der Kreuzarme und daher mit drei Kapellen auf jeder Seite des Chores, nicht bloss an Cistercienserkirchen, wie unter anderen an denen von Fossanova bei Anagni und Casamari bei Veroli M), sondern auch in den Kir- chen anderer Orden, namentlich der Franziskaner, findet. Auch in Deutschland haben wir mehrerer ähnliche Anlagen, jedoch, soviel ich weiss, nur an Cistereienserkirchen. Die älteste derselben scheint die im Jahre 1186 geweihcte Kirche von Eberbach im Rheingau 95344) zu sein, mit quadraten Gewölben, viereckigen, meistens ganz schlichten Pfeilern, rundbogigen Fenstern, Gewölbträgern auf Con- solen. Die Zahl der Kapellen ist hier auf jeder Seite auf drei gesteigert. Aehnlich, jedoch nur mit fünf Altarräumen, ist die Kirche von Loccum bei Stadthagen östlich der Weser. Das Kloster, dessen umfangreiche, im entwickelten gothischen Style ausgeführten Gebäude noch wohl erhalten sind, war schon 1143 gegründet, die Kirche ist bedeutend jünger und wurde wahrscheinlich in den Jahren 1240-1250, ä") Violet-le-Duc a. a. O. S. 274. Auch die Kirche von Bel- laigue (Dep. Puy-de-Dome), welche nach Einführung der (Zister- cienser (1137) in das ehemalige Benediktinerkloster erbaut ist, hatte neben dem Chore vier demselben parallele Kapellen. Mittheilung von Montalembert in den Annales archäologiques XII, p. 328. w) Ich verdanke die Kenntniss dieser Kirchen den Mittheilungen des Herrn Bibliothekars Dr. Bethmann in Wolfexxbüttel. Vgl. Geier und Görz, Denkmale romanischer Baukunst am Rhein, Heft 1. Die hier erwähnte Kirche ist die, welche die Heraus- Eßber als die neuere bezeichnen. Vgl. oben IV, 2, S. 98, Anm.