404 Nördliches Deutschland. selbst die Arcaden des Langhauses haben eine leichte Zu- spitzung, welche wahrscheinlich absichtslos durch die Art des Wölbens in Backsteinen entstanden war. Bald darauf, ungefähr gleichzeitig mit der Anlage des Braunschweiger Domes, wurde die Wölbung auch bei grösseren und in Basilikenform angelegten Kirchen ange- wendet. Beispiele sind der Dom in Lübeck und die Ci- stercienserkirche zu Dobrilugk in der Lausitz k), jener schon 1173 diese wahrscheinlich 1181 gegründet, beide mit quadraten Gewölben und viereckigen, durch Vor- lagen und Halbsäulen verstärkten Pfeilern. Von jenem ist nur noch im Mittelschiffe die ursprüngliche Gestalt erkenn- bar, die Kirche zu Dobrilugk dagegen ist noch wohl er- halten und zeigt schon interessante Abweichungen von dem herrschenden Style. Sie hat sehr regelmässige Kreuzge- stalt, das Langhaus aus vier ganzen und drei halben, das Krenzschilf mit Einschluss der Vierung aus drei Quadraten, der Chor aus quadratischer Vorlage und der runden Nische bestehend, die Seitenschilfe des Langhauses von halber Mittelschiffbreite. Die Halbsänlen haben schwere, unten wenig abgerundete Würfelknäufe und volle schwere Stämme. VVährend dies ihnen aber ein alterthümliches Ansehen giebt, haben andere Theile schon feinere Formen. Besonders zeigt sich dies an der Chemische, welche durch zwei Halbsäulen mit Würfelkapitälen in drei Abtheilungen getheilt ist, deren jede ein ziemlich grosses, mit doppelten Säulen und vor- springenden Ecken reich abgestuftes Fenster enthält, und die besonders auch im Inneren sehr günstig wirken. Dar- über läuft am Rande des Daches unter einem zierlich ge- bildeten Friese von sich durchkreuzenden Bögen, der sich auch an den übrigen 'l'heilen des Gebäudes findet, eine Puttrich II, 2, Serie Lausitz. Deecke, die freiebstadt- Lübeck,