Ausbildung der gewölbten Basilika. 381 der östlichen Gränze Westphalens sich dem sächsischen Style nähern, zeigt die Marienkirche zu Dortmund schon eine Pfeilerhildung, welche von jener obenerwähnten eigenthümlich Westphälischen Form ausgehend eine orga- nische Verbindung mit der Wölbung ausdrückt. Die Pfeiler haben nämlich auf den Stirnseiten je eine Halbsäule als Gewölbträger, unter den Scheidbögen "dagegen (ähnlich wie, nur mit freistehenden Säulen, in Boke und den an- deren damit verwandten Kirchen) zwei verbundene Halb- säulen, die an der Pfeilerhöhe hervortreten und den die Arcade unterfangenden Bogen tragen. Noch reicher und eigenthiimlicher ist dies in der benachbarten Dorfkirche zu Brakel, indem hier auch die Gewölbträger des Mittel- schiffes verdoppelt sind und zwar dergestalt, dass sich diese Verdoppelung in zwei aufeinandergestellten Stock- werken wiederholt. Um diese Zeit, gegen das Ende des zwölften Jahrhlmderts, werden auch die Portale reicher, oft überaus reich und geschmackvoll. Sie sind meist nicht von bedeutender Höhe und weichen häufig darin von der gewöhnlichen Form ab, dass die Thürötfnung nicht durch einen geraden Sturz, sondern durch einen Kleeblattbogen gedeckt ist, so dass das Bogenfeld anf die dadurch ent- stehenden Zwickel beschränkt wird. Das schönste dieser Portale ist das der St. Jakobskirche zu Koesfeld d), welches durch den rhythmischen Wechsel von glatten und verzierten Theilen und dadurch einen besonderen Werth erhält, dass die polychromische Färbung, mit welcher die Gliederung ausgestattet war, noch sehr wohl erhalten ist. Aehnliche Portale sind das nördliche des westlichen Kreuz- schiEes am Dome zu Paderborn, so wie die der Pfarr- kirchen zu Vreden, Recklinghausen, Metelen, Lette und St. Johannes zu Billerbeclk. Lübke 147 und