Martin und Apostel Zll Köln. 347 glücklicher ausgesprochen werden. Wir sehen einen le- bensvollen, reich ausgebildeten Organismus, wo mannig- fache selbstständige Kräfte in harmonischem Einklange sich um das sie beherrschende und vereinende Centrum herum bewegen. Es ist ein Anklang an das Sonnensystem mit seinen Planetenbahnen, an eine christliche Weltordnung, Wo die Völker gesondert und doch einig dem Herren dienen. Die St. Martinskirche geht unmittelbar von dem V or- bilde der Kirche von Schwarzrheindorf aus; wie diese be- zeiclniet sie den Mittelpunkt durch einen Thurm, der aber durch vier auf seinen Ecken her-austretende achteckige Treppenthürmchen und durch die Wiederholung der Zwerg- gallerie reicher und bedeutsamer belebt ist, wie diese hat sie, verrnöge ihrer schlanken, sich innig an den Thurmbau anschmiegenden Conchen die Concentration als eine höchst gedrängte, mächtig nach oben treibende aufgefasst. Die Apostelkirche, wahrscheinlich etwas später, im letzten Viertel des zwölften Jahrhunderts, erbaut Weicht von m] Lassaulx (a. a. O. S. 491) und Kugler (kl. Sehr. II, 198) nehmen an, dass die ganze heutige Kirche, und also auch der östliche Theil, nach einem Brande von 1199 erbaut sei. Jener stützt diese Annahme ausschliesslich auf die Autorität von Gelenius (de admir. magn. Ool. p. 295], welcher allerdings nicht bloss dieselbe Ansieht ausspricht, sondern auch in Beziehung auf jenen Brand sehr bestimmt sagt, dass die Kirche durch denselben in Asche verwandelt sei (basi- lica in eineres abiit). Da Gelenius (1645) der Bruder eines Canonicus dieser Kirche war, so ist höchst glaublich, dass er diese Nachricht aus einer älteren Aufzeichnung genommen hat; allein bekanntlich sind solche Angaben sehr oft übertrieben, und diese ist es gewiss auch. Denn augenscheinlich sind die Pfeiler des Schiffes und die unteren Theile des Thurmes und der Mauern (wie auch Kugler und Lassaulx zugeben) älter als jener Brand; derselbe war daher nur ein partieller, und kann ebensowohl die Conchen wie die Pfeiler des Langhauses verschont ha- ben. Freilich theilt Gelenius an einer anderen Stelle eine alte Nach- richt mit, dass das Gewölbe im Jahre 1219 geschlossen sei (Testudo ejus ecclesiae absoluta fuerat anno 1219 par Alberonem laicum. Vita S. Engelberti p. 114), was sich mit der Annahme eines nach dem