Entstehung des Uebergalngsstyls. 339 "auch keinem anderen völlig durchbildeten Style angehörten, welche freilich gemeinsame Grundzüge und stylistische Eigenthümlichkeiten enthalten, aber doch auch vorzugsweise durch ihre Mannigfaltigkeit und durch bunten wirksamen Schmuck den Betrachter fesseln. In Beziehung auf die Anordnung verfolgte man die in den älteren Gebäuden schon gegebene Richtung; man suchte durch Zusammenstellung von Kuppeln, Thiirmen und Con- chen grossartige Gruppen der äusseren Gestaltung zu erlan- gen, und den Gedanken eines Centralbaues, der am Schlusse der vorigen Epoche in der kleinen Kirche von Schwarz- rheindorf schon so bestimmt ausgesprochen war, noch weiter und im Anschlusse an das bei grösseren Kirchen unentbehrliche Langhaus auszubilden. Man erreichte dies hauptsächlich durch mannigfaltige constructive und decora- tive Verwendung von Bögen und Wölbungen. Da man in den älteren Bauten die Concha als eine wirksame, entge- genstrebende Stütze für die Kuppel auf der Vierung des Kreuzes kennen gelernt hatte, fiel man darauf, nun auch durch nach dem Inneren zu geöffnete Nischen, welche man vorzugsweise in der Concha, dann aber auch Wohl an den geraden Wänden anbrachte, eine verstärkte Tragekraft mit Ersparung der Mauermasse und mit anmuthiger Belebung der inneren Wände zu erlangen. Beides erreichte man demnächst im Aeusseren in noch höherem Grade durch die offenen Gallerieix unter dem Dache, auf deren Bedeutung ich schon früher aufmerksam gemacht habe, die aber erst in dieser Epoche immer mehr in allgemeinen Gebrauch ka- men und durch den Wechsel von Säulen und beschatteten Hallen die beliebteste Zierde des bildeten. Aeusseren ben diesem bedeutsamen Theile erschienen dann bald die einfachen Rundbogenfriese nicht mehr genügend; man be- gann sie zu häufen, stärker und fagettenartig zu proüliren, 22 5'