312 Sachsen. Portals sich anschliessend, erst im fünfzehnten Jahrhundert bei Gelegenheit des Neubaues entstanden sei St). Allein bei näherer Prüfung kann man nicht zweifeln, (lass das Ganze, Architektonisches und Plastisches, gleichzeitig und aus einem Geiste entstanden ist, und dass die Arbeit-er Deutsche und zwar aus diesen sächsischen Gegenden waren. Dies nicht blos aus dem Grunde, weil sich in der That ein fremdes Vorbild für dies Portal nirgends auffinden lässt, sondern auch weil es ganz der Richtung auf An- muth und feine plastische Formbildung angehört, Welche dem sächsischen Styl schon früher eigen war. Es ist nur die letzte und höchste Eiltwickelung dieser Richtung, aber allerdings durch einen Künstler ersten Ranges, der über- dies seine Phantasie durch Anschauungen fremder Kunst bereichert hatte. Manche Details, namentlich die Anord- nung der Statuen zwischen den Säulen, des freistehenden Bildwerks in den Archivolten, die kleinen Säulchen, auf denen jene Statuen ruhen, und endlich der plastische Styl wenigstens einiger Figuren und des Reliefs im Bogenfelde lassen nämlich keinen Zweifel darüber, dass der Meister, welcher hier wirkte, schon gothische Portale in ihrer rei- cheren Form und den freieren plastischen Styl, wie er sich selbst in Frankreich erst im zweiten Viertel des Jahrhun- derts bildete, gekannt hat. Es ist sehr merkwürdig, dass er sich dennoch in der Hauptsache für die romanische Form entschied, sie nur durch einzelne, dem gothischen Style entlehnte Motive bereicherte; wir sehen darin ein künstlerisches Bewusstsein, eine Freiheit des Verfahrens, wie man es "kaum in dieser Zeit erwartet hätte. Allerdings war das Portal ein Zusatz zu einem romanischen Gebäude, aber die Meister der gothischen Zeit pflegten bekanntlich So Rosenthal bildungen urtheilend. 5951 nach Ab- wahrscheinlich bloss