186 Bretagne. und somit schon nach Norden blickte. In der 'l'hat gleichen die Oberlichter in der Kathedrale von Genf denen, welche sich in der ursprünglich romanischen, aber vielfach ver- änderten Kathedrale dieser Metropole befinden. Nachdem wir so die südlichen Gegenden überblickt haben, beginnen wir die Betrachtung der westlichen Provinzen Frankreichs mit der nördlichsten derselben, der Bretagne xi). Sie liefert den Beweis, dass das nor- dische Klima allein nicht genügte, um dem gothischen Style schnellen Eingang zu verschaffen. Ich habe schon in der vorigen Epoche bemerkt, dass diese Provinz sich in baulicher Beziehung erst spät entwickelte, die Spuren des gothischen Styls beginnen daher hier auch erst nach dem Anfange des dreizehnten Jahrhunderts. Sie zeigen aber merkwürdiger Weise mehr den Einfluss englischer, als französischer Gothik. Die Kirche von Beauport Welche, einige Zeit nach der im Jahre 1202 erfolgten Ver- legung der Abtei an diese Stelle, in der ersten Hälfte des Jahrhunderts entstanden sein wird, hat noch Uebergangs- formen; schwere Pfeiler viereckigen Kerns, runde Fenster in den Seitenschiffen, spitze Oberlichter. Aber ihre Kreuz-Ä arme haben nur auf der östlichen Seite SeitenschiHe, was in Frankreich niemals, in England gewöhnlich vorkommt, und das Maasswerk zeigt die in England übliche Bildung aus concentrischen Bögen. Interessant ist das Kapitelhaus mit seinen überaus schlanken, monolithen Säulen, und das Das neuerlich erschienene Werk über die Alterthümer der Bretagne von Charles de 1a Momeraye ist mir noch nicht zugänglich gewesen; ich folge hier Merimee, Notes d'un voyage dans P9116815, den von Caumont im Bull. mon. XVI, 425 gegebenen Bemerkungen und der Voyage dans Pancienne France, Bretagne. w") Merimee p. 136 und Caumont a. a. O. S. 441, vgl. mit Bull. mon. XV, p. 9.