PTOVBIICB. 175 noch spröde und ablehnend gegen ihn, als er schon seine Herrschaft über das ganze Abendland erstreckte. ln der That War jener Styl aus nordischen Bedürfnissen entstanden. Die hellere Beleuchtung, Welche man dort suchte, Wider- sprach den südlichen Gewohnheiten; man liebte vielmehr das Dunkel schattiger Hallen, hatte daher keinen Grund, behufs Anlegung der Oberlichter das 'l'onnengewölbe mit dem Kreuzgewölbe zu vertauschen und brauchte Weder Strebe- pfeiler noch Strebebögen. Das bisherige System des bildne- rischcn Schmucks War dabei so befriedigend, so sehr dem einheimischen Sinne zusagend, dass man auch nicht aus decorativer Neigung zu Neuerungen veranlasst wurde. Der Spitzbogen endlich hatte nicht einmal den Reiz der Neuheit, da man ihn an Gewölben und auch in einzelnen Fällen an Fenstern angewendet hatte. Er widerstrebte aber der her- gebrachten flachen Bedachung und der antiken Ornamen- tation, die man beibehielt, vielzusehr , als dass man ihn jemals als (lecoratives Mittel hcrbeiwünschen konnte. Ich habe weiter unten Veranlassung, ausführlich auf die Bauthätigkeit der Cistercienser einzugehen und die Ursachen nachzuweisen, aus welchen bei ihnen eine eigene Bauweise entstand, die manche Elemente des gothischen Styls in sich aufnahm, und, bei der raschen Verbreitung des Ordens über alle Länder, auch zur Ausbreitung dieses Styles beitrug. Auch im südlichen Frankreich traten sie in dieser Weise auf. Die Klöster Thorouet, Sylvacane, Senauque (Dep. du Var, Bouches du Rhone, V aucluse) in den Jahren 1146- 1148 gestiftet ü), zeigen in ihren, im Laufe Weniger Decennien gebauten Kirchen eine sehr übereinstimmende Anlage, ein Langhaus von drei Schiffen, Krenzarme und m) Bull. im Vgl. die Beschreibung dieser monurn. XVIII, 107 ff. Kirchen und einige Abbildungen