Uebergangsformen. 163 zu 1266 Wenig verändert habe Alles dies beweist, dass der Styl hier nicht völlig einheimisch ist. Allein allerdings hatte der gothische Styl selbst einen Theil seiner Elemente aus dem normannischen genommen, war daher demselben einigermaassen verwandt, und konnte leicht neben ihm Eingang finden. Das Kreuzgewölbe, der eigent- liche Ausgangspunkt des gothischenStyles, war hier längst einheimisch, der Facadenbau enthielt die Grundgedanken der gothischen Fagade, die Lisenen hatten schon fast die Bedeutung von Strebepfeilern erlangt. Ueberdies herrschte hier eine verwandte Gesinnung wie im nördlichen Frank- reich, derselbe romantisch ritterliche Geist, dieselbe That- kraft, dieselbe Freude am Entschiedenen und Rüstigen. Etwa um 1170 beginnt hier die häufigere Anwendung des Spitzbogens und eine Art Uebergangsstyl, jedoch von mehr decorativer als constructiver 'l'endenz und mit man- chen fremdartigen Anklängen, theils aus England theils aus den anderen damals unter englischer Herrschaft ste- henden französischen Provinzen. Dies zeigt unter Anderem das Kapitelhaus von St. George in Bocherville, des- sen Begründer im Jahr 1157 die Würde des Abtes er- langte und 1211 in diesem Hause begraben wurde 413). Es ist eine rechtwinkelige Halle ohne Zwischenpfeiler, spitzbogig überwölbt, mit noch rundbogigen oder doch wenig zugespitzten Fenstern, die Wand durch ein Gesims auf der Mitte ihrer Höhe getheilt, das auf einem von Kragsteinen getragenen spitzen Bogenfriese ruht. Die De- tails, besonders der Statuenschmuck der drei Eingangs- i] Caumont im Bull. monum. XVI, 441, und XIII, S. 386, in der Note. Er vergleicht dabei die Abteikirchen des zwölften Jahrhun- derts in Bures und Fäcamp mit den Kirchen von Neufchatel, Gisors, St. Marie des Champs und St. Ursula de Benabec, die von 1248 bis 1266 entstanden sind. Ü") Gallia christ. XI, col. 271. 11 a"