138 Französische G0 thik. Imleren entsprechen. Obgleich sehr viel einfacher und viel- leicht älter als jener königliche Bau, ist diese Kapelle durch ihre reine Form und ihre edeln Verhältnisse ein vorzüg- liches Beispiel des reifen, aber noch frühen gothischen Styles Sehr viel reicher und augenscheinlich der Sainte Chapelle von Paris nachgeahmt ist dagegen die überaus schöne der Abteikirche von St. Germer in der Picardie angebaute Fraucnkapclle Auch der Chor der herr- lichen Abteikirche von St. Martin-aux-bois unfern Noyon, ohne Unlgarlg in einfacher Polygongestalt, wird im Maasswerk seiner Fenster und in seinen schlanken Verhältnissen als der Sainte-Chapelle von Paris sehr ähn- lich geschildert tätig-i). Peter von Montereau starb 1'266, seine Bestattung im Chore eben jener Marienkapelle in der Abtei St. Germain, die er kurz vorher vollendet hatte, und die Grabschrift, Welche man ihm gab, zeigen das Ansehen, in welchem er stand Noch zahlreicher waren die Bauten seines be- rühmten Zeitgenossen Eudes de Montreuil; man kannte im siebenzehnten Jahrhundert in Paris und der Umgegend noch acht oder neun Kirchen, die von ihm herstammterl und dieselbe Leichtigkeit des Styles zeigten, die man an der heiligen Kapelle bewunderte, welche aber sämmtlich untergegangen sind; rmter ihnen auch die schon im sech- zehnten Jahrhundert abgebrannte Franziscanerkirche zu a) Abbildungen in den Annales archäologiques, Vol. XIII, pag. 314, 233, 289; XIV, pag. 25 und 124. Abbildungen in der Voyage dans Pancienne Franco, Picardie. 41g?) Vgl. Bull. monum. IX, p. 43. Das Alter ist unbekannt und wird gegen das Ende unserer Epoche fallen. 1-) Flos plenus morum vivens doctor latomorum, Musterolo natus, jacet hic Petrus tumulatus. Bouillart a. a. O. p. 133. Felibien, Recueil historique de la vie et des ouvrages des plus cölebres architectes, Paris 1687, pag. 910.