Weitere Ausbildung der Details. 123 von Chartres behagte jedoch die Zusammensetzung des runden Säulenstammes mit eben solchen halben oder Drei- viertel-Säulen nicht ganz; er fand, dass beide Weder ein organisches Ganze ausmachten, noch sich gehörig son- derten. Deshalb kam er auf den Gedanken, ihnen eine grössere Verschiedenheit zu geben, indem er nicht Rundes mit Rundem, sondern mit Achteckigem zusammenfügte, also runde Ecksäulen an achteckigen, oder achteckige an runden Kernpfeilern anbrachte. Beide Formen sagten ihm zu, auch Wollte er vielleicht den Wechsel verschiedener Pfeiler nach der Gewohnheit des romanischen Styls bei- behalten, genug er wechselte mit dieser verschiedenartigen Verbindung des Runden und Achteckigen ab. Die Meister von Rheims und Amiens und mit ihnen alle späteren ver- warfen jedoch diesen Wechsel und bildeten den Kern des Pfeilers durchgängig als runden Säulenschaft. An dieser kantonirten Säule kam aber die Anordnung der Kapitäle in Frage; da man sie nicht als ein Ganzes ansah und die Kapitäle der anliegenden und also dünneren Säulen ebenso wie das des Kernes nach Verhältniss der Dicke des Säu- lenstanxmes bestimmen wollte, so standen kleinere Kapitäle neben grösseren. Schon der Meister von Soissons hatte, indem er der Rundsäule eine schlankere Säule anfügte, dies als einen Uebelstand betrachtet und beiderlei Kapitäle da- durch in organischen Zusammenhang zu bringen versucht, dass er das grössere durch einen in der Mitte desselben angebrachten Ring gleichsam in zwei Kapitäle theilte und dadurch das der schlankeren Säule an dem der stärkeren re- producirte. Der Meister von Chartres ging noch weiter, indem er an der Frontsäule im MittelschiHe, von Welcher die Ge- Wölbdienste aufsteigen, das Kapital ganz fortliess und statt dessen nur die Deckplatte um den Säulenstamm herum- führte, auf welcher dann aber die Gewölbträger noch mit