120 Die Kathedralen VOll Chartres, zweekmässig, da diese Säulen oder Pfeiler den inneren Chorraum abgränzen sollten und auch meistens durch eine Einschliessuilgsmauer verbunden WllfdBIl. Bei einem ein- fachen Umgang genügte eine solche engere Pfeilerstellung, um die Schwierigkeiten zu beseitigen, indem die Kapellen- öffnungen nun zwar bedeutend grösser Waren, als die Ab- stände des inneren Säulenkreises, aber doch nur so Weit, wie es ihre Begränzung durch die starken Massen der Strebepfeiler gestattete und der Zweck des bequemen Zu- tritts Wünschenswerth machte. Bei dem doppelten Umgange erregte aber ein angeschlossener Kapellenkranz Bedenken sowohl für die Sicherheit des Baues als für die Beleuch- tung. Der Meister von Chartres half sich in ziemlich complicirter Weise, indem er den äusseren Umkreis zwar der inneren Säulenstellung gemäss in sieben, jedoch nicht ganz gleiche Theile theilte, aber nur drei Kapellen an- brachte und die dazwischen gelegenen Räume zur Anbrin- gung von Fenstern und breiten Strebepfeiler benutzte. Ohne Zweifel ist die Choranlage von Rheims und Amiens in jeder Beziehung dieser Anordnung vorzuziehen, indessen scheint es, dass jene bessere, augenscheinlich in der Champagne und Picardie entwickelte Form in den west- licheren Gegenden entweder nicht so rasch bekannt wurde, oder dass man von dem Beispiele eines doppelten Um- ganges um die Rundung, welches die Kathedrale von Paris gegeben hatte, nicht abgehen wollte, und künstlichere Mittel einschlagen musste, um sie mit dem jetzt erforderlich ge- haltenen Kapellenkranze zu verbinden. Dies beweisen namentlich die Choranlagen der Kathe- dralen von Mans und von Bourges, jene 1'217 diese 1230, also jedenfalls später als der Chor von Rheims und etwa gleichzeitig mit dem von Chartres begonnen. Beide haben die halbkreisförmige Anlage, doppelte Seitenschiife