58 Das nördliche Frankreich. Gebote, welche der Abt von St. Denis durch die Beihülfe seines königlichen Herrn erlangte. Dagegen War der ans- serordentliche Eifer für kirchliche Bauten, für Neuerungen und Verbesserungen, der ihn beseelte, auf anderen Punkten Frankreichs nicht minder gross. VVir können ihn schon seit dem Anfange des zwölften Jahrhunderts wahrnehmen. Die gewaltigen Opfer von Kräften und Geldmitteln, welche die Kreuzzüge in Anspruch nahmen, lähmten ihn nicht, dienten ihm vielmehr nur zur Steigerung. Die Zurückblei- benden, welche sich den Kreuzzügen nicht anschliessen konnten, fanden eine Beruhigung, ein stellvertretendes Opfer, darin, wenn sie wenigstens durch Beisteuern oder noch besser durch thätige Beihülfe bei kirchlichen Bauten für die Sache des Christenthums mitwirken konnten, und die Begeisterung liess sie dabei keine Anstrengung und Entsagung scheuen. Auch wurde diese Begeisterung auf alle Weise genährt und angespornt. Robert diAubrissel (1- 1117), ein feuriger Mönch, der als Kreuzzugsprediger durch das Land wanderte, stellte es sich zugleich zur Auf- gabe, die Anlage von Klöstern, namentlich für Frauen, zu befördern, und sein Bestreben war so Wenig fruchtlos, dass eine Menge solcher Institute durch ihn ins Leben traten. In der kleinen Provinz Picardie Wurden von 1107 bis 1124 acht , von 1128 bis 1145 noch eilf neue Klöster gegrün- det är]. Aber nur Wenige hatten die Mittel zu kostspie- liger Frömmigkeit, und auch diese begnügten sich nicht mit blossen Opfern zeitlicher Güter, ein jeder wollte, wie die Kämpfer des Kreuzheeres, persönlich, körperlich für die Sache Gottes und der Kirche mihvirken. Ich habe schon früher der eigenthümliclmen Erschelnung ge- a) Woillez 190 E. den Mäm. des Antiquaires 1a Picardie, V01. Band IV, Abth. 298.