Abt Suger VOD Denis. 53 Abtei St. Denis bei Paris, der reichen Stiftung und Grabstätte der französischen Könige, entgegen. Suger W), 1121 zum Abte gewählt, fand die bestehende, auf den Grundmauern eines noch älteren Baues von Pipin begonnene und unter Karls des Grossen Regierung vollendete Kirche für den Andrang der Gläubigen zu klein und begann so- fort einen Erneuerungsbau, den er mit höchster Sorgfalt betrieb und über dessen Hergang er einen ausführlichen Bericht, eines der interessantesten Documenta mittelalter- licher Kunstgeschichte hinterlassen hat. Sehr merk- würdig ist schon der Eifer des Abts; er nimmt sich des Baues und der Ausschmückting der Kirche in allen Thei- len an, geht mit in den Wald, WO die Bäume gefällt werden, versucht selbst seine künstlerischen Sehulstudien anzuwenden. Er zieht aber auch auswärtige Künstler soviel er kann, aus Lothringen und aus anderen Ländern herbei, und wetteiiert mit allen grosseil WVerkcn, die er kennt oder von denen er gehört hat. S0 wünscht er Säulen zu haben, Wie er sie im Palast des Diocletian in Rom gesehen hat, überschlägt schon die Kosten, wenn er sie (wie er aus- drücklich erwähnt) vielleicht mit Hülfe von Saracencn aus Italien kommen liesse, ist aber dann so glücklich, in einem benachbarten 'l'hale taugliche Steine zu linden. Er zeigt die bereits beschafften Kunstwerke gern denen 7 die aus dem gelobten Lande zurückgekehrt sind rund die Schätze der Sophienkirche kennen, und fühlt sich geschmeichelt, Wenn sie seinen Besitz für vorzüglicher erklären. Er be- 1') Auch hier ist Whittington der erste, welcher auf die kunst- historische Wichtigkeit der Bauten Sugers aufmerksam gemacht hat, denen Mertexls a. a. O. insofern eine zu grosse Bedeutung beilegt, als er Suger als den Schöpfer des gothischen Systemes darstellt. M) Suger, de rebus in administratinne sua gestis, bei Duchesne Scr. IV. p. 343, und bei Felibien, Histoire de Fabbayje royale de St. Denis, Paris 1706, im Anhange p. 172.