Spuren byzantinischen Einflusses. 541 nicht selten , griechische Ausdrücke blieben namentlich in künstlerischer Beziehung im Gebrauch. Das Wort: Jkon findet sich bei Anastasius dem Bibliothekar und bei Leo von Ostia, etwas entstellt als Ancona blieb es bei den "Venetianern bekanntlich noch spät die gewöhnliche Be- Zeichnung für Bildtafeln. ln einem Manuscript des Doms zu Lucca, anscheinend aus dem neunten Jahrhundert, Wel- ches Recepte zur Bereitung von Farben für verschiedene malerische Zwecke giebt, finden sich im lateinischen Texte viele entstellte griechische Wörter, die darauf hindeuten, dass man wenigstens gewisse technische Dinge schon frühe von den Griechen gelernt hatte Indessen bedeutende Resultate hatte diese Verbindung bis Zllf zweiten Hälfte des elften Jahrhunderts im Allgemeinen nicht gehabt, der italienischen Kimst fehlte selbst die Kraft, sich eine bessere Technik anzueignen. Um diese Zeit aber, gerade als der Verfall seine höchste Stufe erreicht hatte, entstand ein le- bendigerer, ausschliesslich künstlerischer Verkehr, der auch auf die einheimische Kunstübung znrückwirkte. Ein Bei- spiel dieses Verkehrs haben wir schon früher kennen ge- lernt, die 'I'hüren der Paulskirche bei Rom, Welche der nachherige Papst Gregor VII. und der Consul Pantaleon in Constantinopel um 1070 fertigen liessen. Es steht kei- nesweges allein und War nicht der erste Fall solcher An- Schaffung aus Byzanz. Namentlich wissen wir, dass der Dom zu Amalfi schon einige Jahre früher eine ähnliche Thüre, die noch jetzt besteht, besass, ja es ist, da auch auf der Thüre von Amalfi der Consul Pantaleon als Stifter ü) So hiess der lasterhafte Papst Benedict IX, der Sohn des Albericus, vor seiner Erhebung auf den päpstlichen Stuhl Theophylakt. 31') Muratori Antiqu. Italiae, Diss. 24. Besonders scheint sich die- ser griechische Ursprung auf die Anbringung von Gold und Silber zu beziehen: Orisographia, Crisocollon, Crisorantista und Argirosantista.