538 Italienische Plastik und Malerei. hundert einem spätrömischen Originale nachgebildet sind 31 Meistens aber finden wir in den Werken dieser Zeit nur die plumpsten Formen, kurze Gestalten mit grossen Köp- fen, Augen und Händen, roheßewegungen, völligen Man- gel oder doch nur kindische Versuche des Ausdrucks. S0 in einem Exultet M] in Pisa dir), in einem Manuscript, gleichen Inhalts in der Bibliothek der Minerva in Rom und in vielen anderen grösseren und kleineren Malereien Sculpturen des elften Jahrhunderts, deren Entstehungs- zeit völlig sicher wäre, können wir kaum aufweisen; fast scheint es, dass die Uebung dieser dem Dilettantismus schwerer zugänglichen Kunst ganz aufgehört hatte. Was sich dahin zählen lässt, übertrifft jene Malereien noch an Unge- stalt Wie weit dies gehen konnte, beweist vor Allem eine Thür der Kirche S. Zeno zu Verona, an welcher auf acht und vierzig Tafeln von Kupfer, mit welchen sie belegt ist, in getriebener Arbeit Geschichten des alten und neuen Testaments und aus dem Leben des Titularheiligerl darge- stellt sind Hier ist in der That das Aeusserste der Un- 1') Rumohr a. a. 0., S. 352. ü?) Mit dem Anfangswerte Exultet bezeichnet man Schriftrollen mit eingelegten Bildern und umgekehrt darunter gesetzter Schrift, welche nach einem italienischen Gebrauehe jener Zeit beim Gottes- dienste angewendet wurden, und die angegebene Einrichtung hatten, damit die Zuhörer, während der Priester die Worte ablas, auf dem herabhängenden Theile des Blattes die Abbildung vor Augen hatten. Eine Abbildung daraus bei Rosini II, S. 2855; die beiden Exultet, von denen Förster Beiträge S. 78 ff. spricht, scheinen davon verschieden. T] Aginc. Mal. Tab. 37, 38. 11'] Beispiele davon bei Agine. und Rumohr a. a. 0. Ricci, Memorie delle belle arti nella Marca dläncona I, 26 giebt Nachricht von einem Relief aus dem Leben des h. Antonius im Kloster S. Urbane bei Apiro in der Mark Ancona, das diese Roh- heit bekundet. Orti Manara , dell" antica basilica Zenone , und