Charakteristik und Details. 395 daher das Ganze, die schwere Form der gewaltigen Pfeiler und Säulen, welche durch ihre Mannigfaltigkeit noch mehr auffällt, die breiten, runden Oeffnungen der Empore, die dichtgestellten Würfellmäufe, die eckig geschnittenen, die ganze Mauerdicke zeigenden Bögen, die gerade Decke, Welche die emporstrcbenden Dienste abschneidet, das schwache Licht kleiner Fenster in breiten Wänden, so er- hält man den Eindruck des Schwierfälligen, Finsteren, Drüekenden. Während diese Massenhaftigkeit und Schwer- fälligkeit auf einen Zustand primitiver Rohheit hinzudeuten scheint, ist aber die Arbeit meistens eine sehr saubere und sorgfältige. Der Stein ist scharf behauen, die Details sind mit Festigkeit ausgeführt, überall zeigt sich Ueberlegung und Fleiss, nirgends Leere und Mangel, keine Stelle des Raums ist unausgefüllt geblieben. Die Höhe der Wand ist in drei Stockwerke getheilt; über dem Sims der Area- den öffnet sich die Empore, gewöhnlich zwar mit unge- theilten Oeffnuilgen, aber reichlich mit Säulen besetzt, darüber die Oberlichter Wiederum mit einer freistehenden Arcatur ausgestattet. Selbst an der Aussenwand der Seitenschiffe sind häufig noch unter den Fenstern blinde Arcaden ange- bracht; man findet, etwa in einer Vorhalle unter dem Thurm, Wohl fünf Stockwerke verschiedenartigbehandelter Arcadcn übereinander Zwar sind die Theile, Welche nach con- structiver Regel sich vorzugsweise zur Ornamentation eig- neten, Kapitäl, Basis, Gesimse, schmucklos und in derber Einfachheit gehalten; dafür aber verbreitet sich eine dec0- rative Sculptur über alle freigelassenen Stellen. Rauten, Schuppen, Dreiecke füllen die Wandfläehen, und geben 1'] So in der Vorhalle des Domevon Ely, wo unten eine einfache Bogenstellung, darüber eine von Kreuzungsbögen, dann eine von ge- kuppelten Säulen, dann neben den Fenstern wieder gekreuzte Bögen, endlich darüber noch eine Zwerggallerie angebracht sind.