368 Nordfrankreich. h. Angilbert 680] hat noch Säulen, die an römische Vorbilder erinnern. Auch die kleine Kirche St. Savinien bei Sens, die Grabkapelle eines uralten Friedhofs, ein- schiflig, aber mit Kreuzarmen und gerade geschlossenem Chor, erscheint sehr alterthümlich, wird aber doch ihre jetzige Gestalt erst im elften Jahrhundert erhalten haben. Sie ist mit spitzen Tonnengewölben bedeckt, von kleinen rundhe- gigen Fenstern erleuchtet, und hat am Chore zwei kurze Rundsäulen, deren niedrige Kapitäle mit sehr antiken Pal- metten geschmückt sind 95). Bedeutender ist die Kirche zu Vignory (Haute Marne, unfern Andelot), welche schon im Jahre 986 gegründet sein soll und jedenfalls auf eine nicht zu späte Zeit des elften Jahrhunderts deutet. Sie ist zunächst dadurch bemerkenswerth, dass sie einen Chor- umgang und drei radiante Kapellen hat, und mithin ein sehr frühes Beispiel dieser burgundischen Form gieht. Das Langhaus und das unausgebildete Kreuzschiff zeigen das offene Gebälk, aber die Chemische und ihre Kapellen sind mit Halbkuppeln und der Umgang so wie die zunächst anstossenden Felder der Seitenschiffe mit einem Tonnen- gewölbe gedeckt. Diese Gewölbe sind noch nach römi- scher Weise aus kleinen Steinen und einem Mörtelgnss gebildet, während die Arcaden und die rnndbogigen Fen- ster den Steinschnitt zeigen. Eine andere auffallende Anordnung ist die einer emporenartigen Architectur, wie sie in St. Etienne in Caen bestand, indem nämlich, ohne dass eine wirkliche Empore besteht, die Wand über den ü] An einer derselben ist in die Deckplatte eine Inschrift einge- hauen, die ich vollständiger zu lesen vermochte als der Berichterstatter im Bulletin du Comite historique Vol. III , p. 68. Sie lautet: Vir te- larus Baldninus et Petronilla uxor ejus, und ist als eine der frühesten Inschriften, die den Namen eines schlichten Bürgers (ich übersetze das Wort: Telarus durch Leinwandhändler) auf die Nachwelt bringen, be- merkenswerth.