Kathedrale VOll Bayeux. 363 niedriger Säulen. Dafür sind aber die Verbindungsbögen ungewöhnlich reich gegliedert und geschmückt, und die Mauerflächeil in den Zwickcln und über den Xicrbindungs- bögen bis zum Gesimse in wechselnden Mustern teppich- artig verziert. VVir sehen, dass hier die einfache, strenge und constructive Weise des früheren Styles verlassen ist, und die Neigung zum Decorativen die Oberhand gewonnen hat. X7ielleicht War dies schon eine Rückwirkung, welche das vor kaum einem Jahrhundert eroberte England auf die Heimath seiner Sieger ansübte; denn in England war, wie wir sehen werden, immer das Decorative über das Con- structive überwiegend ü). Gewiss ist es, dass in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts die höchste Blüthe jenes früheren Styles der Normandie vorüber war. Zwar finden sich noch viele Bauten, welche dieser Zeit zuzuschreiben sind, z. B. die Klosterkirche von St. Gabriel bei Bayeux, die älteren Theile der Kathedrale von Evreux, die Kloster- kirchen Blanchelantle, Lessay, lilontivilliers, Graville, die Kirche St. Julien bei Rouen (bald nach 1162). die von Savigny (1173) it's). Aber sie zeigen keine neue Eiltwi- ckelung des Styles, sondern eher die Entartung durch den Luxus der Ornalneute und durch die Neigung zu phanta- stischem Bildwerk. Auch erklärt. sich dieses Sinken des einheimischen Gefühls nicht bloss durch die Ermattung, welche jeder Erhebung folgt, sondern auch durch die Ver- hältnisse der Normandie. Ihre Fürsten und Barone waren schon in England einheimisch geworden. und hatten dort ihre Hauptsitze, von denen aus sie zwar die väterlichen Gegenden noch besuchten und ehrten, aber doch nicht das In der That finden wir, dass delr Bischof von Bayeux, früher Dechant in Salisbury, über den Bau von H83 mit englischen Maurern contrahirte. Gally Knight, Normandie. Uebers. S. 90. Näheres alle über diese Kirchen bei Gally Knight