346 Nordfrankreich. Fir die Ausbildung der Mönche in der unentbehrlichen Kunst des Bauens sorgte. Von den Bauten aus dem ersten Jahrhundert der nor- mannischen Herrschaft möchten wir schwerlich etwas sitzen. Sie waren eilfertig errichtet, häufig von Holz, wohl auch Fehlerhaft construirt Wurden bei den fortwährend erneuerten Kriegen oft zerstört. Allein bald traten friedli- chere Zeiten ein, welche der Baukunst günstiger Waren. Die nordischen Einwanderer waren mit den Eingeborenen verschmolzen, sie hatten mildere Sitten angenommen, waren durch kluge Verwaltung ihrer neuerworbeneil Güter wohl- habend geworden. Sie wollten die Vorzüge, welche sie wanderlustig und gelehrig im Auslande wahrnehmen, auf ihre Heimath übertragen. Praktischer Sinn , Welcher die ökonomischen Vortheile einer dauerhaften Construction zu schätzen wusste, Ruhmbegierde, die sich in der Stiftung bleibender Monumente bethätigen wollte, kamen hinzu, und, endlich gelangte gerade in der Zeit, wo der kirchliche Sinn im ganzen Abendlande seinen Gipfelpunkt erreicht hatte, ein kräftiger und kluger Fürst, Herzog Wilhelm, der nach- herige Eroberer Englands, zur Regierung, Welcher dem Lande die Segnungen eines friedlichen, geordneten Zu- standes verschaffte. Da geschah es denn , wie uns die Chronisten erzählen, dass die Stiftung von Klöstern und Kirchen nicht mehr bloss als vereinzeltes Werk erregter Frömmigkeit betrieben wurde, sondern dass die Grossen förmlich Wetteiferteix, auf ihren Gütern Kirchen zu errichten und die Klöster zu be- a") Der schon erwähnte Däne Herlein verlegte später die von ihm zu gründende Abtei nach Bec: Illic ecclesiam exstruxit; hinc adjunctum ligneis claustrum suffultum columnis. Non multo post, arte ut cre- ditur daemonis subruptum, coneidit dormitorium claustro superpositum: qno easu dejectos fratrum animos relevat piissimus pater et claustrum ex lapide renovavit. Ann. Bened. ad arm. 1040, Nro. 32.