Die Normannen. 345 vergiesser, als Bauernschinder, als I-lartzahn, böser Nach- bar, als Vielnehmer oder auch als Vieltrinker bezeichnen und mithin ihrer Bohheit rühmen Aber bei alledem waren auch sie für fromme Gefühle nicht unempfänglieh und ergriffen das Christenthum mit gewohnter Energie. Vor Allem sagten ihnen die Werke zu, in denen es auf Kraftäussernngeil ankam; wir finden frühe, dass bei Er- bauung von Klöstern und Kirchen die Mäehtigsten und Vornehmsten selbst Hand anlegten und die niedrigsten Ar- beiten übernahmen mit). Ueberhaupt aber wussten sie die Baukunst zu schätzen, wie denn ihrem klugen Sinne die Vorzüge einer höheren Civilisation nicht entgingeil. Sie suchten daher sie sich anzueigneil und von den gebildeteren Völkern zu lernen. Daher riefen sie schon frühe auswär- tige Geistliche in das verwilderte Land, um ihnen die Stif- tung und Einrichtung geistlicher Anstalten zu übertragen. Häufig Waren es Italiener öder), auf welche sie ihr Auge warfen, und zwar um das Praktische nicht zu vernach- lässigen auch Bauverständige. So zog schon um 1010, der Herzog Richard H. den berühmten Lombarden Abt VVilhelm, den ich schon oben als Erbauer des Klosters St. Benigne in Dijon genannt habe, in sein Land, wo er in zwanzig- jähriger Wirksamkeit vierzig Klöster erbaute oder herstellte, und ohne Zweifel bei der Einrichtung dieser Institute auch m) Eine Sammlung solcher Namen im Bull. monum. XVI, p. 375, darunter Radulfus sanguinator, Widdo excoriator villani, ein durn deute, ein malus vicinus oder gar pilator vicini, diabolus, bibe duos und viele ähnliche. Die Namen Ecorcheville (statt ecorchevilain) und Mauvoisin kommen noch in der Normandie, als Erbstiicke jener Zeit, vor. 14'] S0 der Däne Herlein bei dem Bau der Abtei Berneville: Ipse terram fodiens, lapides, sabulum, calcemque humeris comportans, ipsemet componens parietes. Annal. Bened. S0 Mauritius aus Florenz, Lanfrancus aus der Lombardei, ein Johannes, ein Michael u. s. f., vgl. Wilh. Gemeticus bei Duchesne Bist. Norm. Seript. p. 282.