278 Languedoc. Kirche umfassendes zweites Stockwerk bildet. Die deckung ist, wie in den Kirchen der Auvergne, im Mit- telschiffe durch ein ganzes, über den Gallerien durch ein halbes Tonnengewölbe, unter denselben durch Kreuzgewölbe bewirkt. Die Pfeiler sind überaus stark, viereckigen Kernes, theils mit Pilastern, theils mit Säulen besetzt, diese steigen von unten auf bis zu den Gurtbögen des Gewölbes, jene tragen an der Gallerie noch wieder Säulen, die in sehr unbeholfener und primitiver Weise angebracht sind. Die Gallerie hat über jeder imteren Arcade zwei Bogenöff- nungen. Oberlichter fehlen auch hier, und die Beleuchtung ist nur durch die Kuppel, durch die Wenigen Fenster der drei Faqaden und der Chemische, imd durch die der Sei- tenschiffe und Gallerien bewirkt. Die Ornamentation des Inneren besteht nur in den Kapitälen, welche sämmtlich verschieden, wiewohl alle korinthisüend, zum Theil mit Figuren, zum Theil mit phantastischen Blättern geschmückt sind. Im Aeusseren haben die ohnehin sehr dicken Mauern starke und breite, strebepfeilerartige Lisenen; nur am Chore sind die Fenster von Säulchen flankirt, und nur hier hat das äussere Gesims verzierte Kragsteine, die Gestalt von Thierköpfen darstellend. Die Fagsade hat sehr schwere Formen, Strebepfeiler von bedeutender Stärke, und ein, durch einen breiten Miltelpfeiler getheiltes Portal von ge- ringer Vertiefung, darüber aber in dem mächtigen Rund- bogen ein grosses Relief des jüngsten Gerichts in sehr roher, aber doch mit Phantasie und noch mit Kenntniss antiker Motive gearbeiteten Sculptur Ausserdem findet sich an der Facade eine Art musivischer Ornamentation, wie in der Auvergne. Vieles an dieser Kirche ist sehr 4'] Das Bildwerk ist reich mit Inschriften in leoninischen Versen bedeckt, auf dem Thürsturz die Warnung: O peecatores, transmutetis nisi mores, Judicium durum "vobis soitate futurum.