252 Südfranzösische Ar chit e ktu r. genscheinlichen Ursprunge der spitzen Wölbung und bei der sehr abweichenden Form dieses Spitzbogens darf man ihn mit der Entstehung der gothischeil Architektur, an welcher gerade diese Gegend keinen Antheil hat, nicht in Zusammenhang bringen, und eben so Wenig an eine I-Ier- leitung von den Arabern denken, zumal da bei diesen solche Gewölbe nicht vorkommen. Oft sind die Tonnengewölbe des Mittelschilfes durch Gurtbögen verstärkt, welche von den Halbsäulcn der Pfeiler aufsteigen, und dann also das fortlau- fende 'l'onnengewölbe mehr oder minder regelmässig theilen, jedoch, der Form desselben entsprechend, stets rechtwin- kelig, niemals diagonal, so dass das Auge an der Wöl- bung immer nur parallele Bögen sieht. Auch dies mochte auf antiker Tradition beruhen, wie denn in der That die Piscina mirabilis bei Bajae Wirklich Tonnengewölbe mit Gurtbögen enthält. Wie man es in solchen Nützlichkeils- bauten gefunden haben mochte, ruhen auch hier die Mauern stets auf Pfeilern, denen da, wo sie Bögen zu stützen hattciyllalbsäulen angelegt sind; freie Säulen kommen nur da vor, wo die Chorrundung einen Umgang erhält, und nur an dieser Rundung, nicht im Schiffe. Das Kapitäl zeigt oft die sorgfältige Nachahmung des korinthischen, oft aber auch nur die Höhe und den Kelch desselben mit {ign- rirten Darstellungen; das Würfelkapitäl ist fast ganz un- bekannt. Offene Zwerggallerien im Aeusseren kommen nicht vor, und selbst Bogenfriese höchst selten; die Ge- simse haben zwar ähnliche Verzierungen, wie wir sie in Deutschland kennen gelernt haben, aber sie ruhen stets auf Kragsteinen. Auch der nordfranzösische Styl hat mehr Antikes, als die deutschen Bauten; namentlich ist es wichtig, dass und zwölften Jahrhundert stammend, späteren Hinzufügung haben. solche Gewölbe einer Spur ohne