126 Romanischer Styl der Rheinlande. kung der lombardischen Schule auf die rheinische Baukunst angenommen und diesem Style selbst den Namen des Lombardischen gegeben. In der 'l'hat haben beide Schulen mannigfach verwandte Züge, Welche Wechselseitige Mittheilungen vermuthen lassen, bei denen aber, wie ich bei der Schilderung der italienischen Monumente näher zei- gen Werde, eher der Vorgang der rheinischen Gegenden, als der italienischen anzunehmen ist. Auch stimmen beide Schulen Illll" in Einzelheiten überein, während ihr Entwicke- lungsgang im Ganzen entgegengesetzte Richtungen ein- schlägt. In Italien kehrte man wenigstens in der Orna- mentation immer wieder zu den antiken Vorbildern zurück, in den Rheinlanden entfernte man sich im Laufe dieser Epoche mehr und mehr von ihnen, und näherte sich den Formen, die im übrigen Deutschland herrschten. Die Ka- pitäle, die wir in Echternach noch treu den korinthischen nachgebildet fanden, sind in der Kapitolskirche von Köln, in den oberrheinischen Domen und ferner durchweg würfel- förmig. Gegen das Ende der Epoche werden sie reicher verziert; die kleine Kirche von Schwarzrheindorf giebt allein schon eine ganze Reihe mannigfaltiger Motive. Unter den- selben Iinden sich zwar einige, die wieder an das Kelch- kapitäl erinnern, aber doch nur mit höchst schwachen An- klängen an die korinthische Form; mehrere haben wie in Sachsen dieselbe conventionelle Blume, deren Schwung die eckige Gestalt des VVürfels andeutet, andere sind schon phantastischer, derber und zeigen nicht die Richtlnig auf das Bescheidene 1n1d Anmuthige der sächsischen Or- namentation, sondern eine Neigung für vollere und üppigere Schönheit, die sich in der folgenden Epoche mehr ausbil- dete. Das Eckblatt der Basis ist hier wie dort durchgän- gig angewendet, erhält aber hier schon öfter einen An- klang an natürliche Blätter oder Theile des 'l'hierkörpers,