Einfluss des lombardischen Styls. 125 wenigstens möglich, dass er oder seine bauverstiindigen Begleiter für diesen Zweck sich durch Anschaurmg byzan- tinischer Bauten vorbereitet haben. Allein dennoch ist es sehr viel wahrscheinlicher, dass ihm die grosse Stiftskirche seiner eigenen Metropole vor Augen stand. Wenn indessen die allerdings altrömische oder byzantinische Form der Kuppel, fir die ich in diesen Gegenden kein nahes Vor- bild anzugeben Weiss, auf byzantinischen Studien beruhen sollte, so war es dann jedenfalls bei diesen nur auf Wöl- bungsformen, nicht auf Details abgesehen, welche auch hier ganz dem früheren rheinischen Style und keinesweges dem byzantinischen entsprechen. Abgesehen von der Gesarmntanlage und Wölbung ist diese kleine Kirche noch dadurch merkwürdig, dass sie das früheste uns bekannte Beispiel für die Anlage jener Bogengänge kleiner Säulen unter dem Dache giebt, Welche mit ihren offenen und beschattcten Hallen die Architektur so reich und belebend schmücken, und Welche von jetzt an eine charakteristische Eigenthümlichkeit des rheinischen Styls bilden. Ausser den Rheinlanden kommen diese Zwerg- gallerien nur im nördlichen Italien, namentlich in der Lom- bardei und in Toscana häuiig vor, und es ist wahrschein- lich, dass sie in diesen Gegenden, WO der Reichtlnnn an antiken Säulenfragmenten zu solchen und ähnlichen Ver- wendungen veranlasste, erfunden und von da in die rheini- sche Architektnr übergegangen sind. Hier finden wir also einen Einfluss jener südlichen Kunst auf die deutsche, der sich aus den geographischen, politischen und mercantilischen Verhältnissen des Rheinlandes sehr wohl erklärt, der sich aber nicht auf Anderes erstreckte. Einige de] haben zwar im Gcgensatze gegen den früher behaupteten byzantinischen Ursprung des rheinischen Styls eine überwiegende Einwir- if) Besonders Wetter (der Dom zu Mainz S. 7G ff.) und Hope.