116 Romanischer Styl der Rheinlande. Langhaus später, der Kreuzgang endlich, Welcher in die westlichen Portale führt, noch lange nach jener Weihe, vielleicht erst am Anfange des dreizehnten Jahrhunderts, in der aumuthigsten Pracht des damaligen rheinischen Styles erbaut. Die Ungleichheit der Säulenweiten, welche zu gross ist, um sie bloss der im Mittelalter höchst ge- wöhnlichen Nachlässigkeit in Beziehung auf Maassverhält- nisse zuzuschreiben, die Anlegung der Doppelfenster in den Gewölbfeldern der SeitenschiHe lassen auf ein Schwanken während des Baues schliessen, das vielleicht dadurch ent- stand , dass man auch hier erst im Fortschritte desselben sich zur Ueberivölbmlg bestimmte. Die zierlichereir Formen des Langhauses können zwar Zweifel über die Beziehung der Einweihung von 1156 auf diesen Theil des Gebäudes erwecken, besonders wenn man an die Formen jener kurz vorher entstandenen Dome zurückdenkt. Allein bei dieser Vergleichung muss man auch die Verschiedenheit der Ge- gend berücksichtigen. Während man sich am Oberrhein des harten, dunkelrothen Sandsteins vom Main lnid Neckar bedienen musste, und dadurch an rohere Formen gewöhnt War, standen den uicderrheinischeil Meistern mancherlei leicht zu behandelnde Steinarteil zu Gebote. Daher hatte sich in der Diözese von Trier , zu der Laach gehörte, und in der von Köln, an die es angränzte, schon ein zierlicherer Styl gebildet, der in beiden erzbischöflichen Städten unge- fähr gleichzeitig mit der Vollendung des Laachel" Baues eben so und noch weiter entwickelte Leistungen hervor- brachte 41). d") Ich erinnere dabei für Trier an die durch Erzbischof Hillinus (1152-1169) ausgeführten Theile des Domes, welche sogar schon Uebergangsformen zeigen, für die Kölner Diöcese an die gleich zu er- wähnende Kirche von Schwarzrheindorf und an den Chorbau an St. Gereon, der, wie F. v. Quast bewiesen hat (Rhein. Jahrb. Bd. XII), in den Jahren 1121 bis 1156 entstanden ist.